Selbstständig durch Masterplan – TEIL 1:

Seit zwei Monaten darf ich nun bereits meinen Traum leben und selbstständig als Fotografin arbeiten. In dieser Zeit ging es mir so gut wie schon lange nicht mehr – und warum? Weil ich meinen ZDE gefunden habe. ZDE was?


Jeder, der das Buch “Das Café am Rande der Welt” gelesen hat, weiß, was damit gemeint ist. “ZDE” bedeutet den Zweck der Existenz gefunden zu haben. Und ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass ich meinen ZDE ganz selbstständig gefunden habe und ihn nun immer weiter kennenlerne und ausbaue.

Hast Du auch schon Deinen ZDE gefunden?
Hast Du auch schon Deinen ZDE gefunden?

Daher möchte ich mit diesem Artikel einen Überblick geben, was auf meiner ToDo-Liste stand, als ich wusste, dass ich selbstständig als Fotografin arbeiten möchte. Denn auch wenn ich schon bis dahin gute sieben Jahre nebenberuflich als Fotografin gearbeitet habe, ändert sich doch so einiges.

Dich interessiert, wie alles angefangen hat? Dann hier entlang!

TEIL 1 wird die ersten Basics behandeln, um Dich nicht direkt umzuhauen. TEIL 2 wird dann ein wenig die Feinarbeit behandeln. So stay tuned.

Von Krankenkasse bis Rente – nun liegt alles in deinen Händen.

Meine Pläne wurden Ende 2017 konkret und ich spürte immer mehr, dass ich mich an einem Punkt in meinem Leben befand, der Veränderung brauchte. Ich entschied 2018 zu DEM Jahr zu machen und schrieb im Dezember auf, was ich alles angehen möchte. Hier der erste Teil meiner Liste:

→ sich ab dem 01.01.2018 umsatzsteuerpflichtig melden
→ Abgabe der Steuererklärung: Wann und wie oft?
→ Thema Steuererklärung: Gibt es eine gute Software?
→ Info an die Krankenkasse geben
→ Künstlersozialkasse?
Gewerbe ummelden
→ Versicherungen beachten: Berufshaftpflicht, Equipment & BU
→ Thema Rentenvorsorge: was mache ich für meine Zukunft?

Wie Du schon siehst, bereits der erste Teil der Liste war lang und hinter jedem einzelnen Punkt befand sich eine Menge, die beachtet werden musste. Aber ich hatte Lust und zwar so richtig! Also begann ich Schritt für Schritt, diese Liste abzuarbeiten.

Bye Bye Kleinunternehmerregelung

Mit dem Start meiner Selbstständigkeit wollte ich mich auch von der Kleinunternehmerregelung verabschieden. Denn ich will etwas Großes, etwas “Richtiges” und daher entschied ich mich, ab dem neuen Jahr 19 % Umsatzsteuer zu erheben. Das war bereits der erste kleine Schritt und es ging noch nicht mal richtig los. Ich stattete dem Finanzamt also einen Besuch ab und meldete mich umsatzsteuerpflichtig. Wochen später durfte ich dann auch merken, dass eine zusätzliche schriftliche Anmeldung sicherer ist, nachdem ich am Telefon gesagt bekommen habe (sehr nett und freundlich, das muss ich betonen!), dass die Info noch nicht ganz angekommen war. → Also Tipp von mir: Immer alles schriftlich an die Ämter senden und Dein Schreiben für die Akten kopieren. So bist Du auf der sicheren Seite.

Mit dieser Anmeldung habe ich mich parallel dazu verpflichtet, monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abzugeben. D. h. ich setze mich jetzt jeden Monatsanfang hin und teile dem Finanzamt mit, welche Einnahmen und Ausgaben vorliegen – simple Buchhaltung. Die einen mögen es lästig finden, ich finde es sehr gut! Denn Du hast alles im Überblick und siehst die Entwicklung Deines Unternehmens. Zusätzlich leistest Du bereits erste Vorarbeit für die Einkommensteuererklärung, die für das gesamte Jahr fällig ist. Denn Du notierst ja schon regelmäßig, wie sich die Finanzen so verhalten. 😉

Hier auch der nächste Tipp: Es gibt zahlreiche Software-Produkte auf dem Markt, die Dir bei der Steuererklärung ungemein helfen. Ich bin sehr dankbar, mit einer solchen Software arbeiten zu können, da es einem ein sicheres Gefühl gibt und eine Menge erklärt. Einen aktuellen Vergleich möglicher Programme findest du hier.

Selbstständig und glücklich.
Selbstständig und glücklich.
Krankenkasse – im Fall der Fälle merkst Du die Notwendigkeit

Der wohl dickste Fisch unter den ToDos… ein Punkt, der mir bis dato immer wieder etwas schräg im Magen liegt. ABER – es ist wohl das mit wichtigste Thema! Denn im Fall der Fälle merkst Du, wie gut es ist, richtig krankenversichert zu sein.

Ich habe Anfang des Jahres einfach mal bei meiner Krankenkasse angerufen und denen erzählt, dass ich mich bald selbstständig machen möchte. Parallel hat mir der nette Herr dann auf deren Webseite die entsprechenden Formulare herausgesucht, die ich ausgefüllt verschicken sollte. Ging alles super einfach und schwupps wusste meine Krankenkasse, was los ist. Ich musste dann nur noch mein durchschnittliches Monatsgehalt einschätzen, von dem der monatliche Beitrag dann abhängig ist. Klingt toll – außer, dass es in meinem Fall jetzt keinen Arbeitgeber gibt, der 50% davon übernimmt. Und die monatlichen Fixkosten betragen hier mehrere hundert Euro, was ja wohl kein Geheimnis ist. Da gibt es aber noch den Joker namens Künstlersozialkasse (KSK).

Diese unterstützt in vielen Fällen Künstler und ersetzen in diesem Fall den Arbeitgeber. Als Fotograf ist es allerdings gar nicht so einfach, von der KSK unterstützt zu werden, da der Spalt zwischen Künstler und Handwerker sehr schmal ist. Ich warte noch immer auf das endgültige Urteil und muss erst mal damit rechnen, dass ich den gesamten Beitrag selbstständig bezahlen muss. Aber auch das sollte einen nicht einschüchtern. Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, WOFÜR wir unsere Beiträge zahlen. Und dass wir einfach so zum Arzt gehen können, unsere Karte durchziehen und bestens versorgt werden, ist nicht überall auf der Welt so selbstverständlich. Dass eine Behandlung mal mehrere tausend Euro kostet, ist keine Seltenheit. Von daher sei hier lieber ganz entspannt und kalkuliere immer wieder Deine gesamten Fixkosten durch. Das gibt Dir einen Überblick und lässt solche Kosten nicht zum Problem werden.

Ein Arbeitszimmer, eine Adresse – das Unternehmen bekommt ein Zuhause

Da ich die Jahre zuvor hauptsächlich in meiner alten Heimat fotografiert habe, hatte ich mein Gewerbe noch in Schleswig-Holstein gemeldet. Das sollte sich jetzt ja aber ändern, d. h. ich muss auch meine Geschäftsadresse ändern. Eine reine Ummeldung ist in diesem Fall nicht möglich. Also: Gewerbe in Schleswig-Holstein abmelden und in Niedersachsen anmelden. Und auch hier muss ich sagen, dass ich von den Ämtern wirklich überrascht war! Alles ging reibungslos innerhalb einer Woche über den Tisch.

Safety First – die Must Haves der Versicherungen

Wir müssen uns nichts vormachen – heutzutage kann man sich gegen jeden blauen Fleck versichern lassen. Aber da sind schon ein, zwei Versicherungen, die Du brauchst, wenn Du selbstständig arbeitest. In meinem Fall waren das einmal die Berufshaftpflicht und eine Equipment-Versicherung. Jaaa, Schande über mein Haupt. Die Jahre zuvor habe ich sehr risikolastig gelebt und ich habe mich erst jetzt darum gekümmert.

Mit meinem Versicherungsmakler bin ich einige Angebote durchgegangen und zusammen haben wir dann das Beste für mich gefunden. Lasst Euch da bloß gut beraten und vergleicht! Es gibt so viele Fehlerquellen, die leicht zu übersehen sind und im Schadensfall nachher einiges ausmachen.

Dann gibt es natürlich noch die Berufshaftpflicht (BU). Da ich diese bereits in meinem alten Job unterschrieben habe, war das Thema bereits für mich abgehakt – zum Glück! Eine gute BU ist so organisiert, dass auch ein Branchenwechsel keinerlei Auswirkungen auf die Beiträge hat. Hätte ich mich erst jetzt um das Thema gekümmert, wäre es sehr schwer bis unmöglich für mich gewesen, gut gegen die Berufsunfähigkeit versichert zu werden. Als Fotograf ist das Risiko einfach unfassbar hoch, berufsunfähig zu werden, da Dein ganzer Körper im Einsatz ist. Eine Ablehnung nach der anderen ist da schon möglich, oder Du zahlst monatlich unendlich hohe Beiträge. Von daher kümmere Dich am besten so früh wie möglich um die BU! Das Gerede darum ist keine heiße Luft, sondern wirklich wichtig.

Im ALter? Da will ich keine Fenster putzen müssen.

… und das ist gar nicht so witzig. Denn wenn wir alle mal ehrlich sind, macht einen der Gedanke ans Alter manchmal etwas Angst. Da ist nicht nur die eingeschränkte Mobilität und das Kränkeln an jeder Ecke, sondern auch die Altersarmut, die bereits heute ein großes Thema ist. Und unsere Generation wird es vermutlich noch viel schwieriger haben. Daher ist eine frühzeitige Rentenvorsorge essenziell. Auch ich habe mich erwischt, wie ich erst mit den Augen rollen musste. Denn da geht monatlich ein gewisser Batzen Geld vom Konto und man sieht keinen direkten Nutzen darin. Aber hey! Würden wir das Geld nicht beiseite legen, sieht es später ganz schön schwarz aus.

Ich persönlich habe mich für die Rürup-Rente entschieden. Für Selbstständige eine feine Wahl, da es hier steuerliche Vorteile gibt. Auch hier informiert Euch am besten bei jemanden, der richtig Ahnung vom Fach hat und dem Ihr vertraut. Das zahlt sich aus, auch Jahrzehnte später! Selbstverständlich gibt es zusätzlich noch weitere Möglichkeiten, wie man seine späteren Fixkosten gering halten kann. Auf einer einzelnen Versicherung ausruhen ist meistens nur die halbe Miete.

Nichtsdestotrotz sollten wir natürlich auch den Moment leben und nicht jeden Penny im Sprint auf das Sparbuch bringen. Man weiß nie, ob man seine Rente erleben wird. Dafür haben wir das Leben einfach nicht in der Hand. Aber das Ziel jedes Einzelnen ist es doch irgendwo, zufrieden im Alter leben zu können, oder? Von daher muss jeder für sich seinen goldenen Mittelweg finden.

Organisation ist das halbe Leben

Wie Du schon siehst, macht es Sinn, einen Punkt nach dem anderen abzuarbeiten. Das Gefühl danach ist wundervoll! Du fühlst Dich sicherer und bist super motiviert, in die Selbstständigkeit zu starten.

Dazu muss ich noch sagen, dass einem das Ganze hier natürlich nicht geschenkt wird, nur weil Du jetzt selbstständig bist. Für jeden Schutz, jede Genehmigung und für jede Garantie will das Land Geld sehen. Daher empfehle ich definitiv, früh genug mit dem Sparen anzufangen. Sparen ist generell ein Thema, was in der Selbstständigkeit ganz weit oben unter den Prioritäten steht. Einen finanziellen Puffer zu besitzen, beruhigt einen nicht nur, sondern kann einen in brenzlichen Situationen auch das “Leben retten”.

Zu guter Letzt wie immer der Hinweis, dass die hier aufgeführten Punkte meine eigens gesammelten Erfahrungen sind. Jeder sieht vereinzelte Themen vielleicht ganz anders, wenn man selbstständig unterwegs ist und das ist auch vollkommen in Ordnung. In allen Fällen ist es jedoch immer besser, sich an Profis zu wenden. Seien es Versicherungsmakler, die Kassen direkt oder die Ämter. Überall bekommt man wundervolle Hilfe, wenn man selbst immer nett und freundlich bleibt.

TEIL 2 wird dann noch ein paar Details behandeln, wie die Themen Fahrtenbuch, Organisation auf dem Schreibtisch, professionelle Datensicherung oder auch den Aspekt der Erarbeitung einer eigenen Unternehmensphilosophie und Marketingstrategie.

#clickwithlove 

Selbstliebe ist kein Trend, sondern Urvertrauen

Selbstliebe? Lieber “einfach mal machen!”

Es war Montag und leider fiel für Mittwoch aufgrund von Krankheit ein Fototermin aus. Irgendwie juckte es aber in meinen Fingern und ich wollte etwas kreieren – etwas, was unter die Haut geht. Ich fing an mit Rina zu schreiben. Rina ist neben Ihrem Mediendesign-Studium Influencerin auf Instagram und kämpft seit geraumer Zeit mit den Themen Lipödem und Selbstliebe.

Wir kannten uns bisher nur über Ecken und das auch eher weniger. Um so schöner war es, dass uns die Spontanität überkam und wir einen Termin zum Fotos machen vereinbarten – es sollte direkt übermorgen sein.

Aber erst einmal ein paar Worte zu Rina und Ihrer Geschichte:

Rina, seit wann kämpfst Du gegen das Lipödem?

“Eigentlich kämpfe ich schon seit der Pubertät gegen das Lipödem. Ich habe mich immer gefragt, weshalb meine Beine nicht zu meinem restlichen Körper passen. Hosen kaufen war, gefühlt seitdem ich denken kann, eine totale Qual. Ich hatte immer die dicksten Beine. Ich bin jetzt bald 24. Die Diagnose kam aber leider erst vor knapp 5 Jahren. Davor wusste ich nicht, dass es diese Krankheit gibt. Meine Oma hat durch Zufall einen der sehr seltenen Beiträge im Fernsehen gesehen. Daraufhin bin ich zum Arzt und dieser bestätigte den Verdacht. Von da an hieß es: “Kämpfen und niemals aufgeben!” Aufgeben ist niemals eine Option für mich.”

Rina, 24 Jahre jung. Unsicher, nicht glücklich.
Rina, 24 Jahre jung. Unsicher, nicht glücklich.

Welche Einstellung hattest Du in dieser Zeit zu Fotos von Dir selbst?

“Ich habe es unfassbar gehasst, wenn Bilder von mir gemacht wurden. Ich habe es gehasst, sie anzuschauen. Denn meine unproportionalen Beine standen sofort immer im Fokus… Ich habe mich eigentlich selbst gehasst. Alle meine Freundinnen waren immer schlank und hübsch und ich war immer die dicke, mit dem „hübschen Gesicht.” Wenn ich Bilder von mir selbst gemacht habe, dann natürlich immer nur von meinem Gesicht.”

In der heutigen Zeit “muss” jede Frau zu sich stehen…

Unsere Generation ist mit den sozialen Netzwerken aufgewachsen und verbringt einen Teil ihres Lebens darin. Laut einer Studie verbringen wir ein Jahr und sieben Monate unseres Lebens auf Facebook – bei Instagram sind es acht Monate unserer Lebenszeit. In dieser Zeit teilen wir aber nicht nur positive Momente unseres Lebens, sondern sind auch angreifbar. Eine verzerrte Realität erschwert einem den Alltag. Anonymität, Bildbearbeitungsprogramme und die freie Fantasie vieler User laufen tagtäglich auf Hochtouren und vermitteln DAS perfekte Leben. Keine Neuheit, oder?

Spätestens 2017 boomten dann Accounts, die Selbstliebe kommunizierten und dafür standen und stehen, dass man seine Makel anerkennen muss. Das ist super und sollte auch weiter so bestehen bleiben! Aber habt Ihr auch manchmal das Gefühl, dass diese Selbstliebe eine Art Trend geworden ist? Man MUSS jetzt gewisse Makel an sich anerkennen und damit fein sein. Aber was definiert einen Makel? Was ist die Definition von “nicht schön”?

Selbstliebe ist Urvertrauen.
Selbstliebe ist Urvertrauen.
Das Shooting stand an – die Unsicherheit kroch in die Knochen

Was waren Deine Gedanken vor dem Shooting?

“Ich war super aufgeregt. So sehr, dass ich fast abgesagt hätte, weil ich mir das mal wieder nicht zugetraut habe. Aber dann dachte ich „Einfach mal machen!” Leevke macht tolle Bilder, sie wird die Erste sein, der ich vertraue. Und so war es auch.” 

Wie hat sich Dein Gefühl während des Shootings verändert?

“Ich war anfangs alles andere als offen. Super verklemmt, unsicher und zurückhaltend. Man kann fast schon sagen, voller Angst etwas falsch zu machen. Aber man kann ja gar nichts falsch machen… der Kopf wollte Einen nur wieder blockieren. Nachdem ich mich in meinem ersten Outfit absolut unwohl gefühlt habe, wechselte ich in ein Zweites und von da an wurde ich viel lockerer und auch mutiger. So mutig, dass ich zum Ende des Shootings obenrum komplett nackt war. Das lag aber auch einzig und allein daran, dass ich mich bei Leevke unendlich wohlgefühlt habe. Sie hat mir alle Ängste genommen. Wirklich alle. Und im Gegenzug eine riesige Portion Selbstbewusstsein geschenkt! Ich habe nicht an mich geglaubt, aber Leevke hat das von Anfang an.”

… und diese Worte habe ich mir nicht ausgedacht. Ich war selbst sehr gerührt, als Rina mir Ihre Aussagen schilderte.

Mit welchen Gedanken bist du nach Hause gegangen?

“Mit einem riesigen Grinsen und Stolz, einer Menge mehr Selbstbewusstsein und Selbstliebe für mich, Glück, Freudentränen und alles auf einmal! Gefühlschaos pur.”

Rina hat sich während des Shootings nicht an irgendwelche Richtlinien gehalten und musste auch keinen Makel an sich akzeptieren. Sie hat einfach ihrem inneren Gefühl und ihrem Gegenüber vertraut. Selbstliebe ist kein Trend, sondern pures Urvertrauen. Der Spruch “Schönheit kommt von innen” ist simpel, aber so wahr. Unser Körper trägt die Seele durchs Leben und wir müssen uns einfach nur auf uns und unsere Stärken konzentrieren. Denn es gibt so viel Wichtigeres, als DAS perfekte Leben.

Gefühle für die Ewigkeit festhalten und Stärken – das ist Fotografie.

Hat das Shooting bei Dir etwas verändert?

“Ja, öfter mal an mich selbst zu glauben, mich weniger zu kritisieren, mir selbst mehr zu vertrauen und zuzutrauen. Mich so zu lieben, wie ich bin. Dieses Shooting hat mir bei der Entwicklung meiner Selbstliebe den nötigen Schubs gegeben, auf welchen ich jahrelang hingearbeitet habe.”

Wir müssen gar nichts. Wir wollen doch nur gesund sein.
Wir müssen gar nichts. Wir sollten nur gesund sein.

Ich persönlich lege jedem das Lied “Try” von Colbie Caillat ans Herz. Denn auch sie macht deutlich:

“You don’t have to try so hard
You don’t have to, give it all away
You just have to get up
You don’t have to change a single thing
You don’t have to try.”

(Auch in der Max & Kurt-Schneider-Version sehr gefühlvoll.)

Wir müssen also gar nichts. Das einzige was wir sollten, ist alles dafür zu tun, so wie wir sind, ein glückliches Leben zu führen. Rina kämpft darum, einfach nur gesund zu sein. Wir wollen das Leben doch mit allen Sinnen und Kräften genießen! Wir haben nur dieses eine und dem Schicksal ist es egal, ob dick oder dünn, symmetrisch, krumm oder schief. Es kann so schnell zu Ende sein.

Ich persönlich wollte bei diesem Shooting Rina in den Vordergrund stellen und keine detaillierte Beautyretusche und Porenverfeinerung. Ich wollte ihre Stärken von innen nach außen bringen und zeigen, wie Rina denkt und fühlt. Die Bilder kamen bereits während des Shootings aussagekräftig aus der Kamera und ich konnte Rina direkt mit dem Rohmaterial beweisen, dass sie eine wundervolle Ausstrahlung besitzt – mit einem bezaubernden Glanz im Gesicht und einer Menge Energie in den Augen.

Was ich in solchen Situationen besonders liebe? Wenn mein Gegenüber mit staunendem Blick sagt “Oh wow! Das bin ich?!”. Ja genau, das bist Du. Du musst es nur sehen.

Gemeinsam glücklich sein. Ist das so schwer?

Was sind deine Wünsche für die Öffentlichkeit, in Bezug auf das Thema Akzeptanz und Selbstliebe?

“Mein größter Wunsch für die Öffentlichkeit ist, dass sich Frauen so akzeptieren, wie sie sind. Dass sie sich gegenseitig aufbauen, unterstützen und nicht niedermachen. Dass wir uns bewusst machen, dass Vieles, was wir im Bereich der sozialen Medien sehen, nicht die Realität ist. Die Realität findet draußen vor der Tür statt. Achtet mal im Schwimmbad darauf. Da gibt’s nur Frauen, wie dich und mich. Mit Streifen, Übergewicht, Cellulite, mit Behaarung, ohne Behaarung, mit straffen Brüsten, mit hängenden Brüsten. Stell dir eine Welt vor, in der wir gelernt hätten, uns selbst und alle anderen so zu nehmen, wie sie sind und nicht ständig miteinander zu konkurrieren und miteinander zu vergleichen… Was wäre das für eine wundervolle Welt? Es soll doch jeder verdammt nochmal so sein, wie er möchte. Dein Wert wird nicht in Kilogramm gemessen!”

Rina, 24 Jahre jung. Selbstbewusst, stark, mutig und sie selbst.
Rina, 24 Jahre jung. Selbstbewusst, stark, mutig und sie selbst.

Vor gar nicht so langer Zeit stand vor mir ein kleines, unsicheres Mädchen. Mit sich selbst nicht im Reinen, nervös und gar nicht glücklich. Wir kannten uns kaum. Verabschiedet habe ich eine strahlende, glückliche und selbstbewusste Frau und wir waren vertraut.

Ich durfte Rina über die sozialen Medien kennenlernen und bin darüber sehr dankbar. Denn das ist der Sinn dieser Plattform. Nicht ohne Grund wird es mit dem Adjektiv SOZIAL betitelt. Wir sollten diese Netzwerke wieder zu etwas Schönem machen. Mehr Liebe für die anderen und weniger Hass. Rina hat gezeigt, wie schön es sein kann, einfach sich selbst zu vertrauen und das nach Außen hin zu zeigen.

Danke Rina. Danke für Dein großes Vertrauen und Deine Ehrlichkeit. Du bist ein wundervoller Mensch, wirst den Kampf gegen das Lipödem gewinnen und gesund durchs Leben gehen. Denn das ist, was zählt.


Wie gehst Du mit dem Thema um? Fällt es Dir auch manchmal schwer, einfach nur auf Deine Persönlichkeit und Deine Stärken zu vertrauen? 

#clickwithlove

Lese hier nach, wie ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe. ♥

Ein Gewerbe anmelden? Kein Hexenwerk!

Du hast seit Langem eine ganz besondere Leidenschaft? Und kannst Dir vorstellen, das Ganze auszuweiten und zu etwas Großem zu machen? Dann trau Dich! Am besten man fängt klein und nebenbei an – Gewerbe anmelden und los geht’s! 


Folgende Punkte habe ich anbei kurz angeschnitten, um Dir einen allgemeinen Überblick zum Thema “Gewerbe anmelden” zu verschaffen:

• Freiberufler oder Gewerbetreibender?
• Gewerbesteuer?
• Was passiert nach der Anmeldung?
• Kleinunternehmerregelung
• Deine Steuernummer und Steuer-Identifikationsnummer
• Beitritt in die Handwerkskammer
• Pflichtversicherung BG ETEM
• Steuererklärung
• Durchatmen 😉

[1] Gewerbe anmelden – Freiberufler oder Gewerbetreibender? 

Bevor Du zum Gewerbeamt läufst, solltest Du Dich schlau machen, was Du eigentlich genau sein möchtet: Freiberufler oder Gewerbetreibender? Das letzte Wort hat in den meisten Fällen das Finanzamt, aber ein gewisses Vorwissen lässt Dich selbstsicherer werden und schützt vor Fehlentscheidungen. Kurzer und knapper Unterschied:

•  Freiberufliche Tätigkeit ➝ Keine Gewerbeanmeldung notwendig
•  Gewerbliche Tätigkeit ➝ Gewerbeanmeldung notwendig

➝ Beides ist jedoch eine selbstständige Tätigkeit und muss dem Finanzamt gemeldet werden.

Im künstlerischen Bereich ist die Abgrenzung zwischen Kunst und Handwerksgewerbe häufig sehr schwierig, da Fotografen beispielsweise sowohl künstlerisch als auch handwerklich arbeiten. Für mich war folgender Anhaltspunkt entscheidend: Ich wollte nach Aufträgen arbeiten, d. h. ich wollte  eine Dienstleistung erbringen und so kam ich um eine Gewerbeanmeldung nicht herum. Als Freiberufler musst Du dennoch eine Info an das Finanzamt geben, da man auch hier dazu verpflichtet ist, eine Einkommenssteuererklärung abzugeben.

➝ Daher stelle Dir genau die Frage, was Dein Ziel ist. Möchtest Du freie Arbeiten erstellen (Freiberufler) oder auch mit Firmen zusammenarbeiten, die Dir einen Auftrag erteilen können (Gewerbetreibender).

Zusätzlich ist die Info der Gewerbesteuer nicht ganz uninteressant. Denn in allen Fällen musst Du Dich auch über die Steuer schlau machen. Bist Du allerdings eine “Natürliche Person” und hast ein Gewerbe angemeldet, kommst Du in den Genuss des Freibetrags von bis zu 24.500 € im Jahr. Für den Anfang also gar kein Problem – es sei denn, Du schießt abnormal durch die Decke. 😉

Das Finanzamt wird Dir nach Deiner Gewerbeanmeldung (kostet in der Regel zwischen 20,00 und 30,00 € und vergiss Deinen Personalausweis nicht!) eine Menge Post zusenden. Es mag zu Beginn häufig überfordernd wirken, da man des Öfteren mit verquirlten Formulierungen konfrontiert wird und ein Fragebogen nach dem anderen auftaucht. Aber dies ist für die steuerliche Feststellung sehr wichtig. Eine Entscheidung zum folgenden Thema wird beispielsweise in den zugesendeten Fragekategorien eingefordert:

[2] Klein aber fein! – Die Kleinunternehmerregelung 

Es empfiehlt sich, langsam und klein zu starten. Denn so kannst Du Dir nicht nur langsam einen Kundenstamm aufbauen, sondern Du kannst Dich an alle Gegebenheiten gewöhnen und die Gefahr, Wichtiges zu übersehen, mindert sich ungemein. Erinnere Dich einfach immer an den Satz “Große Dinge fangen ganz klein an.”.

Ich habe mich daher die letzten sieben Jahre an die Kleinunternehmerregelung gehalten. Dann ist man nämlich Unternehmer, der lediglich geringe Umsätze tätigt: D. h. Dein Umsatz darf im vorangegangenen Jahr 17.500,00 € und im laufenden Jahr 50.000,00 € nicht überstiegen haben/nicht übersteigen. Beim Beginn Deiner unternehmerischen Tätigkeit solltest Du demnach im ersten Jahr unter den 17.500,00 € bleiben (Vorsicht beim BAföG! Hier gelten andere Freibeträge).

➝ Großer Vorteil: Du musst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeben.
➝ Kleiner Nachteil: Du kannst keine vorläufige Umsatzsteuer geltend machen, sprich, Ausgaben für Dein Geschäft absetzen. Der große Vorteil überwiegt zum Beginn jedoch ungemein und schützt Dich vor plötzlichen Steuernachzahlungen.

Schreibst Du also Rechnungen, musst Du keine zusätzlichen 7 % oder 19 % aufweisen, solltest aber den rechtlichen Hinweis zur Kleinunternehmerregelung vermerken.

•  Hättet Ihr Interesse an einem Artikel, wie eine korrekte Rechnung als Kleinunternehmer aussehen sollte? Dann schreibt mir! 🙂 

[3] Wow – Du kannst jetzt offiziell Dein ganz eigenes Ding machen!

Ich habe mein Gewerbe während der Schulzeit angemeldet und hatte daher noch kein zu versteuerndes Einkommen und habe somit auch noch keine Einkommenssteuererklärung abgegeben. Nach meinem Fragebogen-Marathon und all dem anderen Papierkram habe ich dann schlussendlich das begehrte Schreiben mit meiner ersten eigene Steuernummer erhalten. So konnte ich jetzt endlich korrekte Rechnungen schreiben und richtig loslegen.

Wenn Du Dich jetzt allerdings schon in einem Arbeitsverhältnis befindest und Du Dich schon einmal mit einer Steuererklärung auseinandergesetzt hast, solltest Du bereits eine Steuernummer haben. Du findest sie immer im oberen Drittel Deines Steuerbescheides.

Besitzt Du jedoch wirklich keine Steuernummer, wird Dir das Finanzamt eine zuteilen – spätestens wenn Du Deine erste Einkommenssteuererklärung (ohne Steuernummer) abgibst.

[4] Und was ist diese Steuer-ID? 

Die Steuer-Identifikationsnummer besitzt Du bereits seit Deiner Geburt – klasse Geschenk, oder? Diese Nummer bleibt ein Leben lang und wird auch nicht  verändert. Wenn Du Deine Nummer nicht mehr weißt, kannst Du sie ganz einfach hier erfragen. Wenn Du Dein Gewerbe anmelden möchtest, musst Du hier also nichts beachten. 🙂

[5] Fotografie? Dann betreibst Du ein Handwerk.

Wahrscheinlich wirst Du bei Deiner Gewerbeanmeldung schon einmal darauf vorbereitet: Auch wenn Du erst nur einmal nebenberuflich als Fotograf arbeiten möchtest, kommst Du um einen jährlichen Mitgliedsbeitrag bei der zuständigen Handwerkskammer nicht herum. Dein Gewerbeamt informiert in der Regel automatisch alle erforderlichen Behörden wie zum Beispiel das Finanzamt und die Handwerkskammer – also ganz easy. Du kannst Dich aber selbstverständlich auch persönlich bei der entsprechenden Handwerkskammer melden. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach deinem jährlichen Gewinn und du wirst jährlich an die Überweisung erinnert.

[6] Und plötzlich will auch noch wer anderes Geld haben…Muss nicht sein!

Ich weiß noch, als ich Post von BG ETEM bekommen habe. Da habe ich erst einmal Stressschweiß verspürt… “Noch jemand, der Geld haben will??” Aber nach erster Recherche habe ich dann gesehen, dass man sich von dieser Pflichtversicherung auch befreien lassen kann, sofern man nur nebenberuflich tätig ist.

BG ETEM? Das ist die Abkürzung für „Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse“. Da diese Pflichtversicherung mit Beitragskosten zusammenhängt, ist man zu Beginn doch froh, sich davon befreien lassen zu können – und das ist möglich, wenn Du folgendes erfüllst:

Nach Absatz 1 versicherte Unternehmer und Unternehmerinnen, die selbst nicht mehr als 100 Arbeitstage (8 Stunden = 1 Arbeitstag) jährlich im Unternehmen arbeiten, werden auf schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreit.“.

(Quelle: https://www.bgetem.de/mitgliedschaft-beitrag/unternehmerversicherung/pflichtversicherung)

D. h. wenn Du max. jeden dritten Tag voll in deiner Tätigkeit arbeitest, kannst Du einen Antrag auf Befreiung stellen. Da Du in diesem Fall ja auch nebenbei und klein starten möchtest, sollte das auch hinkommen.

Weitet sich Dein Geschäft allerdings aus und Du überlegst, das ganze hauptberuflich zu machen, musst Du den Kontakt zur BG ETEM wieder aufnehmen. Aber natürlich zahlst Du dann auch für bestimmte Leistungen, die Dir zugute kommen. Das sollte man bei allen Mitgliedschaftsbeiträgen und Versicherungskosten immer im Hinterkopf behalten.

[7] Pflicht ist Pflicht – Aufforderung zur Steuererklärung

Als Kleinunternehmer bist Du steuerpflichtig. Daran kann nicht gerüttelt werden. Zum Ende eines Geschäftsjahres musst Du eine Steuererklärung abgeben. Sie ist Teil der Einkommensteuererklärung und muss bis zum 31. Mai des darauffolgenden Jahres (eine Fristverlängerung wäre hier sogar möglich) eingereicht werden. Wenn Du ein Gewerbe anmelden willst, ist eine fortlaufende und geordnete Buchführung zu empfehlen, damit Du Deine Gewinnermittlung im Auge behältst. Teilweise macht sogar ein extra Geschäftskonto Sinn – aber das habe ich auch erst in Erwägung gezogen, als ich die Fotografie zum Hauptberuf gemacht habe.

➝ Puh – jetzt erst einmal durchatmen! Zusammengefasst ist der Schritt in die Selbstständigkeit gar nicht so schwer. Man darf sich nur nicht direkt einschüchtern lassen. Ich habe bis heute großen Respekt vor Ämtern und habe immer wieder Angst, etwas falsch zu machen. Aber das ist gar nicht schlimm, denn so bist Du viel vorsichtiger. 😉 Am besten Du suchst Dir jemanden aus Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, der sich mit der ganzen Materie gut auskennt. Jemanden zur Hand zu haben, den man immer mal nach Rat fragen kann, gibt einem enorm viel Sicherheit. Im Grunde kannst Du auch immer beim Finanzamt anrufen, wenn Du Dir in machen Angelegenheiten unsicher bin. Habe ich auch schon gemacht und wenn man immer nett und freundlich ist, bekommt man auch von der anderen Seite viel Hilfe!

Ich persönlich gebe mit diesem Blogartikel lediglich meine Erfahrungen preis und übernehme keinerlei Gewehr für die hier genannten Informationen. Das muss vorsichtshalber noch einmal gesagt werden. 😉 In Zukunft sollen auch noch weitere Artikel folgen, die bestimmte Thematiken im Detail erklären. Hast Du hier besondere Wünsche? Lass es mich wissen.

#clickwithlove und ganz viel Erfolg beim Gewerbe anmelden!

Hier kannst Du lesen, wie bei mir alles begonnen hat.


Quellen: 

[1] 
https://www.selbststaendig.de/unterschied-gewerbe-anmelden-freiberufler
[2] https://www.steuertipps.de/lexikon/k/kleinunternehmerregelung

[3,4] https://www.steuererklaerung.de/ratgeber-steuern/steuer-id-steuernummer
[5] https://www.rechtambild.de/2012/05/antworten-fur-den-selbstandigen-fotografen-oder-den-der-es-werden-mochte-teil-2/
[6] https://www.bgetem.de/mitgliedschaft-beitrag/unternehmerversicherung/pflichtversicherung
[7] http://www.kleinunternehmer.de/steuerpflichten.htm