Home Office | Arbeiten oder doch Wäsche aufhängen?

“Du musst ja total viel Zeit haben, um Wäsche zu machen oder aufzuräumen. Gehst du nicht immer zum Kühlschrank? Ist dir allein nicht langweilig? Verlottert man nicht?” Das sind nur ein paar Vorurteile, mit dem das liebe Home Office zu kämpfen hat. Aber streichen wir mal das “ur” und blicken auf all die Vorteile, die wir durch die Arbeit von Zuhause aus haben.

Wie sich die meisten Home Office vorstellen.

Ich arbeite nun seit zwei Jahren im Home Office und möchte gern meine Erfahrungen mit euch teilen. Auch wenn vielleicht nur ein einziger Tipp für euch umsetzbar ist, ist das schon super cool. Denn natürlich befinde ich mich in der Situation, dass ich ein Arbeitszimmer für mich allein und noch keine Kinder habe. Drehen wir die Gegebenheiten mal in der aktuellen Corona-Situation um, treten schon wieder ganz andere Herausforderungen auf – dem bin ich mir definitiv bewusst. Nichtsdestotrotz möchte ich euch gern zu Beginn einen Überblick über ein paar Vorteile zeigen, die das Home Office mit sich bringt:

  1. Kein langer und lästiger Arbeitsweg = geschenkte Zeit für dich
  2. Feel free! Du bist in deiner Wohlfühlzone und kannst dich so benehmen, wie du es möchtest. Dein Chef kriegt davon schon nichts mit – erst recht nicht, wenn du z.B. selbstständig bist und gar keinen Chef hast.
  3. An die Ladies: Das Beauty-Programm ist nun inklusive, indem du die Haare nicht föhnen musst und deine Haut mal atmen lassen kannst #nomakeup
  4. Die Playlist der Kollegen hat schon immer genervt? Jetzt bist du dran! Drücke auf Play und lass nur das laufen, was dich happy macht.
  5. Das ewige Fahren zur Post und das Klingeln bei den Nachbarn hat ein Ende – nun kannst du jedes Paket direkt annehmen.
  6. Die Mittagspause um 12:00 Uhr war dir schon immer zu früh? Mach dann Pause, wann du möchtest. Flexibilität sei dank.
  7. Fun Fact: Der Inhalt des Kühlschranks gehört nur dir und auch dein Joghurt wird nicht vom Kollegen gemopst.

Natürlich ist das Home Office nicht immer ein Zuckerschlecken. Vermeintliche Ablenkung und Demotivation soll es geben. Aber dafür gibt es Strukturen und Prioritäten. Dazu später mehr.

Beginnen wir, wie in einer jeden guten wissenschaftlichen Arbeit, mit einer Definition – also meiner eigenen Definition: Das Home Office ist eigentlich nichts anderes als ein Paartanz aus dem eigenen Wohlfühlfaktor und der beruflichen Produktivität. Ich finde besonders den ersten Punkt unfassbar wichtig – denn bist du produktiv und arbeitest effektiv, wenn du dich nicht wohl fühlst? Wohl kaum. Ganz im Gegenteil, dein Kopf ist gehemmt und innerliche Unzufriedenheit bremst alles aus. Daher halte ich persönlich auch wenig von dem Tipp “Richte dich her, zieh dich an wie im Büro und lass dich nicht gehen”. (sorry!)

Es sei jedoch vorweggenommen, dass jeder Mensch anders tickt und verschiedene Vorlieben hat. Daher sollte jeder diesen Punkt so umsetzen, wie er möchte. Ich z.B. liebe es, in Leggings oder Jogginghose zu arbeiten (sollte kein Auswärtstermin anstehen versteht sich). Niemals würde ich freiwillig zuhause in meinem Home Office sitzen, die enge Jeans und meine feine Bluse tragen. Wenn Du dich in deiner Jogginghose wohl fühlst und innerlich grinst, wenn du sie anziehst…dann lass sie doch gern an. Denke an das oben Geschriebene – der Paartanz aus Wohlfühlfaktor und Produktivität ist das, was ein Home Office erfolgreich machen kann.

Das gleiche gilt für uns Mädels – wie cool ist es, dass wir nun die Haare an der Luft trocknen lassen können? Der Föhn kann im Schrank bleiben – oder du lässt das Haare Waschen einfach ganz. Auch das ganze MakeUp, was unsere Haut regelmäßig zum Eskalieren bringt, kann einfach mal weg bleiben. Deine Haut wird es dir danken und vielleicht lernst du dich auch so ohne Schminke zu lieben. Bei mir hat es geklappt!

Mach’s dir schick!

Ein Arbeitsplatz ist ein PLATZ

“Heute mal am Küchentisch, morgen unbedingt auf dem Sofa und gestern kam ich mit dem Laptop einfach nicht raus dem Bett.” Bei solch einer Einstellung ist euer Home Office zum Scheitern verurteilt. Da ihr nach Feierabend privat werden und den Kopf abschalten möchtet, sollet ihr einen festen Platz für eure Arbeit finden, von dem ihr euch auch wieder entfernen könnt. Die einen haben das Privileg, ein eigenes Arbeitszimmer mit Schreibtisch zu haben. Die anderen müssen in der aktuellen Corona-Situation improvisieren und nehmen dann wohl eher den Esstisch ein – und das ist ok!

Lasst euch nicht gleich demotivieren, solltet ihr nicht massig Platz haben. Die Hauptarbeit findet in deinem Kopf satt und deine Hände übertragen das ganze auf den Laptop oder PC. Dafür braucht man nicht so viel Raum – solange du dich wohl fühlst. Tust du nicht? Dann versuche herauszufinden, was dich stört und verändere es. Denke lösungsorientiert und du wirst staunen, wie einfach das Leben sein kann.

Prioritäten setzen

Zurück zu der Struktur und zu den Prioritäten. Die gute als ToDo Liste ist in aller Munde und das auch zu Recht. Als wenn wir uns all unsere Aufgaben merken könnten… Jedoch gibt es beim Erstellen einer solchen Liste auch Unterschiede. Ihr könnt all eure ToDos wild untereinander auflisten, klar – aber wo fangt ihr dann an? Daher sortiere ich ganz klar nach Prio 1 und Prio 2. Wir reden hier auch immer noch von rein beruflichen Dingen. Private Sachen wie Einkaufen, Wäsche waschen oder Geschirrspüler ausräumen haben in diesen Listen nichts zu suchen. Das könnt ihr nach eurem Feierabend machen, den ihr euch im Übrigen auch fest einplanen solltet. Wann dieser ist, bleibt euch überlassen.

Alle Prio 1-Aufgaben versuche ich bis 12/13:00 Uhr zu erledigen. Nachmittags ist dann Zeit für die Dinge, die rein theoretisch auch noch einen Tag später erledigt werden können. Versucht diese zeitliche Grenze einfach mal einzuhalten. Ihr werdet im Unterbewusstsein total effektiv arbeiten, da ihr einen klitzekleinen Drang habt, es bis zum Mittag zu schaffen. Apropos Mittag – das ist auch so eine Sache.

Regelmäßige Pausen machen – auch im Flow?

Ich bin vielleicht nicht das beste Beispiel, wenn es um das Thema Pausen geht. Aber auch hier gilt wieder: jeder tickt anders. Die einen sind z.B. früh morgens super aktiv, während die anderen sich lieber ihre mind. 8 Stunden Schlaf gönnen und in den Abendstunden in ihrer Arbeit aufgehen. Das ist alles vollkommen ok, solange du mit deiner Arbeit zufrieden bist. Das gleiche gilt auch bei dem Thema Mittagspause.

Ich kann eine Pause nur dann genießen, wenn mein Kopf ruhig ist. Daher bringt mir eine Mittagspause um 12:00 Uhr rein gar nichts, wenn ich eigentlich gerade lieber noch meinen Posteingang leer gemacht oder den einen Auftrag zu Ende bearbeitet hätte. Da sind wir nämlich wieder bei der Unzufriedenheit – geht ihr unzufrieden in die Pause, habt ihr keine Erholung und somit auch keinen guten Wiedereinstieg in die Arbeit. Macht einfach dann Pause, wenn euch danach ist – euer Körper (oder besser gesagt euer Magen) werden euch schon sagen, wann es mal Zeit zum Aufstehen ist.

Routinen im Home Office – ist das möglich?

Na klar! Die Routinen kann man sich ja selbst definieren. Meine Routinen sind folgende:

  1. Heute keine Auswärtstermine? Dann ab in die bequeme Kleidung. Videokonferenzen lassen sich im Übrigen auch in Jogginghose führen – sieht ja keiner
  2. Mit Kaffee und einem großen Glas Wasser an den Schreibtisch, aktuelle Lieblingsplaylist an und gemütlich machen
  3. Mails checken und entscheiden – direkt oder später antworten?
  4. Kalender öffnen und die vom Vortag niedergeschriebenen ToDos ansehen – welche sind über geblieben? Welche sind nun Prio 1 und welche sind heute Prio 2?
  5. Tipp: Mails nur morgens und nachmittags beantworten – es sei denn es ist wirklich wichtig. Denn wenn ihr jede eingehende Mail sofort bearbeiten möchtet, unterbricht das permanent euren Workflow. Auch hier ist Prioritäten setzen keine schlechte Idee
  6. Die schönste Routine: erledigte ToDos dick durchstreichen und innerlich auf die Schulter klopfen

Ordnung ist das halbe Leben

Kreativer Chaot oder doch der strukturierte Macher? Ich bin ein Mix aus beidem. Es gibt Phasen, da stapelt sich der Haufen an “muss ich noch wegsortierten” und der Becher-Haushalt verlagert sich von der Küche auf den Schreibtisch… aber das sollten Ausnahmen sein. Euer Schreibtisch spiegelt in der Regel euren Kopf wieder. Daher sind freie Flächen und ein eine gewisse Ordnung gut für eure Konzentration. Ahja, wie sieht’s eigentlich hiermit aus?

Das Ding mit der Konzentration… oder was wollte ich noch gleich?

Wir sind alle menschlich und dass die Konzentration mal flöten geht, passiert jedem Mal. Was mir dabei hilft sind folgende Dinge:

  1. Kopfhörer auf und entspannte Musik ein. Hier meine drei liebsten Playlisten. Press Play and relax:

2. Wenn die Konzentration dann doch nachlassen sollte, wendet euch einfach mal vom Schreibtisch ab. Holt euch eine neues Glas zu trinken, schaut für einen Moment aus dem Fenster und atmet ein paar Mal tief ein und aus – am besten mit geschlossenen Augen. Was auch gut hilft, ist zwischenzeitliches Dehnen! Was ich durch meine Rückenprobleme gelernt habe: dynamisch sitzen, immer mal auf den Boden legen und strecken. Gerade jetzt im Home Office ganz easy umzusetzen – ohne, dass einer komisch guckt. 😉

Ein Home Office ohne Kollegen – vereinsamt man nicht?

Wenn ihr nun im Home Office arbeitet und eigentlich im Arbeitsalltag noch andere Kollegen um euch herum habt und diese nun vermisst – Digitalisierung zahlt sich aus! Wenn ihr konkrete Fragen an eure Kollegen habt, erreicht man diese mittlerweile über verschiedenste Wege. Seht lieber das Positive: so gern ihr eure Workbuddys auch habt, im Home Office kommt keine Ablenkung von der Seite. Und auch all die anderen Kandidaten, die gern mal an den Schreibtisch kommen und tausend Dinge nachfragen, bleiben nun weg. Mehr Zeit für das Wesentliche!

F A Z I T

An das Home Office kann man sich gewöhnen. Man ist nicht einsam und rennt auch nicht jede Minute zum Kühlschrank. Wenn ihr euch wohl fühlt – egal ob in Jeans oder Jogginghose – und eure Prioritäten kennt, ist das Arbeiten von Zuhause eine ganz wunderbare Sache. Ihr habt keinen Berufsverkehr oder Staus, müsst im Regen nicht mit dem Rad los und beim Onlineshopping müsst ihr nicht mehr daran denken, ob jemand das Paket annehmen kann oder nicht. Das Home Office trainiert eure Selbstdisziplin und kann richtig schön sein!

#clickwithlove

Zwei Jahre lang glücklich

Schon wieder ist ein Jahr um und ich blicke auf die letzten 12 wunderschönen Monate zurück. Aber hat sich etwas im zweiten Jahr meiner Selbstständigkeit geändert? Was konnte ich lernen? Gab es Herausforderungen oder besondere Highlights?

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Der 01. März – ein Tag, an dem ich mir ehrlich gesagt ein bisschen auf die Schulter klopfe. Denn genau vor zwei Jahren bin ich in das Leben einer selbstständigen Frau gestartet, die ihren eigenen Traum lebt und dafür arbeitet, glücklich und zufrieden zu sein. In meinem ersten Jahresrückblick sagte ich, ich möchte im zweiten Geschäftsjahr genauso weiter machen, wie im ersten. Rückblickend habe ich das glaube ich ganz gut hinbekommen.

Mein Alltag nahm im März 2019 seinen Lauf und das Frühjahr begann sehr angenehm. Die Ruhe vor dem Hochzeitssturm, die ich jedes Jahr immer wieder sehr genieße. Demnach bestand mein Tag aus meinem geliebten morgendlichen Kaffee, Mails, Terminplanung, Umsetzung von Fototerminen, Bildbearbeitung, Abgaben und Bürokram wie Steuern und anderer Papiere. Aber habe ich überhaupt einen “Alltag”? Ich habe gelernt, dass ich eher “Allphasen” besitze. Ich hab verschiedene Zeiten im Jahr, die sich tatsächlich wiederholen. Diese Parallelen helfen mir total, meine Termine und das anstehende Jahr zu planen. Ich kann einschätzen, in welchen Monaten welche Termine anstehen und wie sich der Workload verteilt. Das Frühjahr ist daher tatsächlich die entspannteste Zeit.

Gleichzeitig aber auch die “unsicherste”, denn auch zu Beginn diesen Jahres stand ich erst wieder vor einem recht kahlen Kalender. “Kommen auch genügend Aufträge rein? Reichen die Jobs, um meine Fixkosten zu decken?” Gedanken, die zu Beginn eines neuen Jahres immer wiederkommen. Aber ich habe gelernt, geduldig und optimistisch zu sein. Also nahm ich das zweite Geschäftsjahr entspannt an und war bereit fürs Unbekannte.

Wie der Sommer aussehen würde und wie der Winter performen könnte (viele unternehmerische Anfragen), konnte ich mir jedoch schon gut vorstellen. Demnach wusste ich auch, dass Themen wie Urlaub frühzeitig geplant werden mussten. Denn auch als Selbstständige möchte ich gern meine Auszeiten genießen. Daher hatte ich bereits im Winter 2018 angefangen, mir Zeiträume frei zu halten und somit blockte ich drei Wochen Urlaub im Juli/August 2019. “Mitten in der Saison?!” mögen jetzt vielleicht andere Hochzeitsfotografen denken. Ja – mittendrin. Da mein Freund nur in der vorlesungsfreien Zeit Urlaub nehmen kann, blieben uns nur ein paar Zeiträume frei, in denen man drei Wochen Jahresurlaub genießen kann. Somit stand ich schon vor meiner ersten Herausforderung: Schweren Herzens Absagen verteilen, den Zeitraum frei halten und die drei Wochen Abwesenheit vorbereiten. Aber dazu später mehr.

Bevor ich nämlich an den Urlaub dachte, dachte ich an viele schöne und individuelle Hochzeiten, die auf dem Plan standen. Insgesamt waren es im letzten Jahr 21 Stück, bei denen ich jedes einzelne Ja-Wort enorm genoss. Bald neun Jahre bin ich nun schon dabei, Hochzeiten zu fotografieren und auch in diesem Geschäftsjahr wurde mir wieder bewusst, dass mich diese Branche so schnell nicht loslässt – und das lässt sich auf meinen ganzen Job übertragen. Meine zuvor geschürte Angst, mein Hobby würde mir irgendwann zur Last fallen, ist vollkommen unbegründet. Jede einzelne Rückmeldung meiner Kunden gibt mir so viel Stärke und Motivation, weiter zu machen; weiter zu lernen, weiter zu begeistern und weiter so offen und kreativ zu sein. Ich liebe den Kontakt mit Menschen und wenn mir ein Kunde sagt, dass er durch meine Fotos neue Aufträge erzielen konnte, macht mich das unheimlich stolz.

Gab es Routinen?

Wie heißt es so schön? Jeder Tag ist anders. Das kann ich als Fotografin voll und ganz unterschreiben. Jedoch brauche ich meine Routinen, die mir irgendwo ein bisschen Sicherheit geben – in der Selbstständigkeit nicht ganz unpraktisch. Im ersten Jahr konnte ich lernen, dass ich mir die Wochen im Monat immer frühzeitig durchstrukturieren muss. D.h. wenn ich einen Fototermin kenne, plane ich gleich im Anschluss die entspreche Zeit für die Nachbearbeitung fest ein. Somit kann ich meinen Kunden eine schnelle Bearbeitung und einen zeitnahen Abschluss des Auftrags garantieren und niemand muss lange auf seine Bilder warten. Diesen Anspruch stelle ich mir selbst und ich habe gemerkt, dass das von der Gegenseite als sehr positiv angesehen wird. Obendrein entstehen keine Berge an Arbeit, die einen direkt demotivieren.

Des Weiteren halte ich mir den Montag zu 90 % von Terminen frei. Egal ob privat oder beruflich. Den Montag nutze ich am liebsten, um entspannt und organisiert in die Woche zu starten. Nicht selten arbeite ich auch am Wochenende und es ist wirklich schön, am Sonntagabend zu wissen, dass der nächste Tag ganz easy angegangen werden kann.

Selbst und ständig – auch im Urlaub?

Dieses “selbst und ständig”… ich finde das klingt schon direkt so negativ. Zur Selbstständigkeit wird man im besten Fall nicht gezwungen, sondern man macht es freiwillig, aus einer bestimmten Motivation heraus. Meistens ist es die Freude und die Leidenschaft an einer bestimmten Tätigkeit. Daher hab ich persönlich auch kein Problem damit, in meinem Urlaub zu fotografieren – ganz im Gegenteil. Bei Mails und Anrufen muss ich mir allerdings auch Grenzen setzen. Bei einer dreiwöchigen Abwesenheit kann man sein Geschäft jedoch nur schwer ignorieren. Dafür liebe ich den Kundenkontakt einfach viel zu sehr und ich möchte niemanden ohne Info dastehen lassen.

Daher habe ich die gute Erfahrung machen können, dass wenn ich all meine Kontakte frühzeitig über meinen Urlaub informiere, auch keine dringenden Anrufe oder Nachrichten kommen. Neue Kontaktanfragen dagegen bekommen eine Abwesenheitsnotiz und werden darüber informiert, ab wann ich wieder erreichbar bin. In unserem La Réunion Urlaub wollte ich wirklich darauf achten, das Mailprogramm stets geschlossen zu halten. Ab und zu habe ich es aber dennoch gecheckt, um keine wichtigen Nachrichten zu verpassen. Mein Geschäft ist mir einfach nicht egal und daher ist das für mich auch vollkommen in Ordnung, da ich meinen Job wie gesagt freiwillig und aus Leidenschaft mache. Er stellt für mich keine Belastung dar und somit lässt sich mein Beruf auch super mit Urlaub kombinieren. Ich habe eine sehr gute Balance finden können.

Gab es Highlights?

Ein Highlight war definitiv der Kauf meiner neuen Nikon D850. Ich liebe Technik und habe mir somit Ende des Jahres ein kleines vorweihnachtliches Geschenk bereitet. Der DSLR und vor allem Nikon bleibe ich auch weiterhin treu. Eine andere Kamera wird es nur schwer in meine Hände schaffen.

Natürlich gab es aber vor allem wieder Jobs, die mich bis heute breit grinsen lassen. Ganz weit vorne stehen da immer wieder die Zusammenarbeiten mit TUI/airtours, die mich mit auf Reisen nehmen, die ich im Leben nicht vergessen werde. Ich liebe die Freiheit die mir hier gegeben wird. Ich kann ganz ungezwungen und kreativ an den Event-Dokumentationen arbeiten, was ich wirklich sehr schätze. Dazu lerne ich jedes Mal neue unheimlich liebe Menschen kennen und treffe auch auf bereits bekannte Gesichter, wegen welcher ich von vornherein weiß, dass es wieder eine einmalige Reise wird (s. meinen persönlichen Jahresrückblick 2019).

Des Weiteren durfte ich tolle Kampagnen umsetzen. Zusammen mit der Social Media Agentur Kreativrausch haben wir zwei Tage lang für Jägermeister Manifest fotografiert – Cheers! Ende November durfte ich für zwei Tage nach Kiel fahren, um für die Diakonie Altholstein eine sehr emotionale und berührende Kampagne über den Senioren- und Pflegestützpunkt zu fotografieren. Das restliche Jahr über fanden zusätzlich wieder tolle und prägende Veranstaltungen statt, die ich zusammen mit der Eventagentur Eventives begleiten durfte und auch mit REWE durfte ich wieder viele schöne Termine wahrnehmen. Jedes Mal, wenn ich im Kopf an das Vergangene zurückdenke, spielt sich ein kleiner Film ab, bei dem ich einfach permanent schmunzeln muss.

Wie sah es mit Herausforderungen aus?

Natürlich gab es auch unbequeme Zeiten, denen ich mich stellen musste. Seien es die letzten Züge des Urheberrechtsstreits, der endlich vollkommen ad acta gelegt wurde oder auch kleine Missverständnisse, die geklärt wurden mussten. Was ich daraus lernen konnte – und das ist das allerwichtigste – sind Verschriftlichungen. Die Abmachung kann noch so banal sein, aber so lange nichts Schwarz auf Weiß abgeliefert wurde, kann alles ganz anders kommen. Man mag meinen, dass das eine Selbstverständlichkeit sei, aber zu viel Vertrauen und Gutgläubigkeit kann einem ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Eine weitere Herausforderung waren dann auch meine Rückenbeschwerden. Monatelange Belastung, viel Sitzen und keine Maßnahmen für Besserungen trieben mich dann Ende des Jahres doch zum Arzt. Das Ende vom Lied: hätte ich noch länger gewartet, wäre ein Bandscheibenvorfall keine Überraschung gewesen. Die Gesundheit wird in der Selbstständigkeit leider viel zu oft auf die hinteren Plätze der Prioritätenliste gesetzt. Dabei ist sie doch so wichtig! Somit habe ich mir einen sehr guten Physiotherapeuten empfehlen lassen (Physionamik) und habe angefangen, den Rücken zu stärken und jeden einzelnen Muskel wieder zu lockern. Hier musste ich jedoch auch lernen, dass Termine beim Physiotherapeuten nicht abzusagen sind, nur weil eine Kundenanfrage reinkommt. Oft war ich kurz davor, aber es gab immer eine andere Lösung, sodass ich alle meine Termine wahrnehmen konnte.

Das 3. Geschäftsjahr – gibt es Pläne?

Das nächste Geschäftsjahr wird definitiv ein paar neue Herausforderungen für mich bereithalten. Eine kleinere wird sein, dass ich in der zweiten Jahreshälfte meinen Namen ändern werde: aus Struck wird Draack. D.h. es muss eine Menge kommuniziert und umgebrandet werden. Mein Logo wird sich nicht ändern, aber es steht Einiges an Papierkram an.

Obendrein möchte ich an einem neuen Netzwerk arbeiten. Es existieren Pläne, die aktuell noch nicht spruchreif sind – aber es wird sehr spannend und herausfordernd.

Woran ich auch noch arbeiten möchte, ist das Berufliche vom Privaten noch ein bisschen besser voneinander trennen zu können. Gerade wenn man das liebt, was man tut, verschmelzen die Grenzen sehr schnell. Dennoch kann man an einigen Ecken optimieren und das werde ich im Laufe des Jahres angehen. Ansonsten möchte ich weiterhin mit ganz viel Liebe, Leidenschaft, Ehrlichkeit und Ehrgeiz an meinem kleinen Unternehmen arbeiten, das mich zu dem macht, was ich bin.

#clickwithlove

Jahresrückblick → 2019


Ich denke wir kennen es alle: “Man, dieses Jahr ist aber gerannt ohne Ende. So schnell wie noch nie.” Jedes Mal erwischt man sich dabei, dass man erneut feststellt, wie schnell die Zeit vergeht. So war es auch mit diesem Jahr. Ich möchte auf die letzten 12 Monate zurückblicken und all das Erlebte Revue passieren lassen. Dabei habe ich mir noch einmal meinen Blogbeitrag aus dem Januar durchgelesen, in dem ich zusammengeschrieben habe, was ich mir für 2019 so vornehmen wollte.

Ich hatte vor, Menschen mit meiner Arbeit glücklich zu machen, zu reisen, meine Hard Skills zu optimieren, mitten im Geschehen zu sein und den Rest des Jahres einfach passieren zu lassen. Mit dem Letzteren habe ich in der Tat die besten Erfahrungen gemacht, denn die anderen ToDos habe ich während des “Geschehenlassens” recht einfach umsetzen können.

Wie auch beim letzten Jahresrückblick habe ich ein paar Songs herausgesucht, die mich das Jahr über begleitet haben. Also, los geht die kleine Zeitreise!

Januar


Das Jahr begann mit einem entspannten Silvestermorgen in Hamburg bei Freunden. Die nächsten 365 Tage konnten losgehen und ich war sehr motiviert, wieder Dinge anzupacken und Erinnerungen zu schaffen. Somit nahm ich gleich eines meiner größten Vorhaben in die Hand: Technisches Know-How ausweiten und Drohne (DJI Mavic 2 Pro) fliegen. Diese war nämlich seit Beginn des Jahres ganz neu in meinem Besitz – nachdem mich der Verkäufer im Laden sehr überrascht angeguckt hatte, dass ich als Frau eine solche Drohne kaufen möchte.

Ich nahm mir dann eines Morgens vor, ans Wasser zu fahren und einfach ein bisschen zu fliegen. Dass ich bei diesem Plan wohl den schönsten Wintertag des gesamten Jahres erwischen sollte, wusste ich nicht:

Einer meiner liebsten Momente, die ich jemals einfangen konnte.
Du wunderschönes Ratzeburg.
Norddeutschland. <3

Ein wohl weiteres Highlight in diesem Monat war die Veröffentlichung des REWE-Busses, den ich 2018 fotografieren durfte. Bis heute sehe ich ihn regelmäßig auf den Braunschweiger Straßen und ich muss mich immer wieder neu kneifen, dass ich die äußerst netten und humorvollen Marktleiter für diesen Bus fotografieren durfte.

Generell hatte ich im Januar bereits die ersten sehr tollen Fotoshootings – sei es mit VW Immobilien, Lemundo, der Niedersächsischen, dem Marketing Club Braunschweig oder für das Magazin Stadtglanz. Es ging sehr gut und kreativ los, was einfach noch mehr Lust auf die restlichen elf Monate machte.

Februar


Songtipp: Intro – The XX | Auf diesen Monat fieberte ich seit geraumer Zeit hin. Denn einer meiner größten Träume sollte dieses Jahr in Erfüllung gehen. Zusammen mit airtours durfte ich das erste Mal nach Amerika reisen, besser gesagt nach NEW YORK CITY!

Das Wichtigste war gepackt.

Das kleine Mädchen vom Dorf, das ihr Hobby zum Beruf gemacht hat, durfte ihre Koffer packen. An Valentinstag sollte es los gehen.

Die dritte airtours Reise und wohl eine der aufregendsten.
Kleiner Zwischenstopp in Frankfurt.
Nur knappe 4 Stunden Schlaf waren egal – Vorfreude sei Dank.
Und dann kam der größte Klopper – WELCOME BUSINESS CLASS!
Dafür finde ich noch heute kaum Worte.

Ich war bereit. Bereit für fünf Tage New York und einer unvergesslichen Zeit, die ich niemals vergessen sollte | “Girl in New York City”

Ein Song, der hier immer wieder rauf und runter lief und in New York nicht fehlen darf: Empire State of Mind (Part II). Ich war hoffnungslos verliebt. Bereits bei der Ankunft am Flughafen habe ich mich pudelwohl gefühlt und sobald wir an Queens vorbei fuhren und nach Manhattan kamen, war ich komplett verloren. Verloren im eigenen Film. | Sunrise Lover – Luvbird, Alex

Eine Playlist, die ich von Herzen empfehlen kann, nennt sich JAZZ VIBES. Diese Playlist höre ich seit Anfang des Jahres regelmäßig, bis heute. Ob am Sonntagmorgen beim gemütlichen Frühstück, beim Nachbearbeiten von Fotos oder während Reisen. Sie ist Teil meines Alltags geworden und als ich dann in New York in einer Lounge saß und mein Lunch genoss, hörte ich auf einmal einen Song aus dieser Playlist – mir fiel fast das Sandwich aus dem Mund. Perfekter hätte es einfach nicht sein können!

Jedes Feeling während dieser Reise ist für immer im Kopf und Herzen abgespeichert.
Never ending love story.
The Beekman Hotel. <3
Einfach nur zufrieden und glücklich, in meinem Traumjob zu arbeiten.

Als ich wieder nach Haus kam, wartete eine weitere Überraschung auf mich: Meine Registered Trade Mark! Mein Logo war nun endlich nach monatelangem Warten offiziell registriert und geschützt. Es ist nur ein kleines ®, aber irgendwo fühlt man sich so schon ein kleines Stück professioneller und weiter.

März


Ich war wieder im Alltag angekommen und hatte wirklich tolle Aufträge. REWE & Payback, der Landkreis Goslar, Phils Events & Co. machten mir richtig Spaß. Obendrein konnte ich am 01.03.2019 mein Einjähriges feiern – der Wahnsinn. 365 Tage lebte ich nun in und von der Selbstständigkeit (den ausführlichen Bericht dazu gibt es hier). Das musste gefeiert werden – und ich komme mir selbst komisch vor, aber die nächste New York Reise stand bevor. Es mag wirklich seltsam und nach einem schlechten Scherz klingen – aber so wie es der Zufall wollte, musste mein Freund für eine Dienstreise nach NYC und das lasse ich mir selbstverständlich nicht entgehen. Die Liebe für diese Stadt war einfach zu groß geworden und somit saß ich wenige Wochen später erneut im Flugzeug. Diesmal konnte ich die Stadt rein privat erleben und all das erkunden, was ich beim ersten Mal nicht gesehen habe. Das war einfach nur unbeschreiblich. | “Take You Home”

Nice to see you again!
Unwirklicher Großstadtdschungel.

In einem älteren Blogbeitrag habe ich über die Reise berichtet und auch auf meiner Webseite findet ihr viele Eindrücke dieser einzigartigen Metropole.

April


Eigentlich war es an der Zeit, wieder etwas zur Ruhe zu kommen – denkste! Mit dem April begann die Hochzeitssaison und die Auftragslage nahm zu. Somit wusste ich, dass ich mir zwischendurch immer wieder kleine Inseln bauen musste, auf denen ich kurz durchschnaufen konnte. Eine davon war ein weiteres Konzert von Mogli, das ich dieses Mal sogar fotografisch begleiten durfte. | “Road Holes”

Licht, Musik, Atmosphäre.

Des Weiteren wurde es draußen so langsam wärmer und sonniger, weshalb es längst an der Zeit war, die Wanderschuhe zu schnüren und zeitweise in den Harz zu flüchten. Einer der schönsten Ausgleiche zur Arbeit.

Die ersten Hochzeiten folgten sowie spannende neue Kunden, wie z.B. das Fraunhofer Institut WKI. Eine Abwechslung, die wohl nur wenige Berufe mit sich bringen können.

Mai


Der Mai ähnelte dem April sehr. Hochzeiten, schöne Termine mit Firmenkunden, kleine Ausflüge in den Harz und Konzerte.

Man kriegt nie genug von der Natur.
Seychellen-Flashback vom Feinsten.

Ich verbrachte wieder viel zeit am Schreibtisch – aber diese Zeit genieße ich. Wirklich! Durch meinen Job bin ich viel unterwegs, treffe auf viele Menschen, sitze oft und lange im Auto, verarbeite unzählige Eindrücke… und wenn ich denn dann in meinem Büro angekommen bin, komme ich zur Ruhe. Sichere und sichte all meine Fotos und mache es mir dabei so richtig schick. So kann ich Arbeit und Entspannung bestens miteinander verbinden. #lifegoal

Wenn der Kopf zur Ruhe kommt, hat man auch wieder die Möglichkeit, neue Pläne zu schmieden – somit startete ich meinen eigenen kleinen Onlineshop, shop.leevkestruck.de. Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, meine Bilder für jeden zugänglich zu machen. Daher habe ich es einfach angepackt und aus eigener Kraft einen kleinen Tante-Emma-Laden auf die Beine gestellt. Ob Poster, Leinwände oder Alu Dibond – ich möchte mit diesem Shop die Möglichkeit nutzen, neue und einzigartige Motive anzubieten, damit man sich Bilder in die Wohnung hängen kann, die noch keine anderer bei sich an der Wand hat. Natürlich gibt es auf dem Markt bereits Print-Riesen mit einem gigantischem Team, die mit gefühlt 90 % aller Influencer großes Geld verdienen und Platzbulle sind. Aber dennoch wollte ich es wagen und jede einzelne Bestellung, die bei mir eingeht, macht mich unfassbar stolz.

Juni


Wenn ich auf den Juni blicke, frage ich mich, wie ich das alles organisatorisch hinbekommen habe. Insgesamt 16 Fototermine standen an; plus die gesamte Nachbearbeitung und -bereitung. Wenn ich eins mit der Zeit gelernt habe, dann ist es ein optimiertes Zeitmangament, bei dem man einfach nicht einknicken darf. Egal wie stressig es ab und zu ist, Zähne zusammenbeißen lohnt sich, denn dann ist nicht nur der Kunde zufrieden, sondern man selbst ist es im Nachhinein noch viel mehr. Aber auch hier habe ich mir wieder eine kleine Insel gebaut, um den Akku im Schnelllademodus aufzufrischen. Es ging für ein Wochenende nach Sankt Peter Ording, zusammen mit ganz besonderen Menschen.

Wir waren übrigens im absoluten Funkloch – neuester Luxus!
Wohlfühloase.

Juli


Der Juli war nicht anders als der Juni – der Kalender platzte, wenn ich so auf die einzelnen Tage blicke. Hier nahm ich mir etwas ganz großes vor: bis zu unserem Jahresurlaub, sollte ALLES abgearbeitet sein. Ende Juli sollte ein weiterer Traum in Erfüllung gehen und ich bin so gestrickt, dass ich den Kopf ganz und gar frei haben muss. Ich bin sehr schlecht im Aufschieben (kein Scherz) und will immer gleich alles direkt fertig bekommen. Auf der einen Seite praktisch, auf der anderen Seite ist solch eine Einstellung aber auch sehr stressig, denn dann heißt es schnell: Nachtschicht hallo, tschüss Freizeit. Meine Playlisten liefen dabei rauf und runter:

Eines mit der größten Shootings diesen Jahres war wohl das Jägermeister-Shooting. Zusammen mit meinem alten Arbeitgeber konnten wir zwei unfassbare Tage Grandioses auf die Beine stellen. Ich erinnere mich, wie ich am ersten Termin nach einem ganzen Tag Hochzeitsreportage noch gegen 23 Uhr zum Nightshoot gefahren bin. Wo diese Energie her kam? Keine Ahnung.

Praying To A God – Mr. Probz

Wir fotografierten eine Social-Media-Kampagne für “Manifest” und ich habe dabei mal wieder feststellen können, welch große Power Teamarbeit besitzt, wenn alle gut und motiviert zusammen arbeiten. Vorab kannte sich das Team nur sporadisch, aber am Ende waren alle eine richtig gut harmonierende Clique. Für dieses Erlebnis bin ich allen Beteiligten unendlich dankbar! Hier ein kleiner Einblick:

Das Jahr war halb rum und bisher lief alles einfach nur bestens. Doch dann kam wieder ein Thema auf, welches mir noch einmal viel Kraft abverlangen sollte. Denn eigentlich habe ich immer das Glück, mit lieben, vertrauensvollen und ehrlichen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. Doch bereits 2018 musste ich die Erfahrung machen, dass Ehrlichkeit nicht bei jedem zur Manier gehört und so kam ich das erste Mal mit einer Urheberrechtsverletzung sowie mit einen Anwalt in Kontakt (das ganze Thema gibt es hier zum Nachlesen). Das gesamte Prozedere hat sich bis in den Juli 2019 gezogen und nach einigen emotional anstrengenden Tagen konnte ich offiziell mit dem Fall abschließen – endlich.

So im Nachhinein merke ich, wie krass der Juli eigentlich war. Große neue Kunden und viel Arbeit,… aber vor allem wartete noch ein ganz besonders schönes Erlebnis auf mich, welches alles Erlebte in diesem Jahr übertreffen sollte.

Unsere Reise nach La Réunion

Ich möchte nur kurz auf den Urlaub eingehen, denn auf meinem Blog könnt ihr jederzeit den detaillierten Reisebericht Teil 1 und Teil 2 nachlesen.

Aus 2019 sollte ich also als Verlobte herausgehen – nie hätte ich damit gerechnet.
Noch heute blicke ich auf diesen Ring und bekomme das Grinsen nur schwer aus dem Gesicht.

Dieser Urlaub war mit eine der besten Entscheidungen in unserem Leben. Noch heute denken wir regelmäßig an diese unvergessliche Zeit zurück. Nicht ohne Grund, denn vor jedem Urlaub erstellen wir uns eine eigene Playlist mit vielen Songs, die wir vorher und vor Ort hinzufügen. Somit kommt beim Anhören dieser Playlist jedes Mal unnormale Gänsehaut zum Einsatz und wir verlieren uns in unseren Erinnerungen. Hier ein paar Songs, die ich euch nur ans Herz lege, wenn ihr entspannte Rhythmen und “Good Vibes” liebt:

Die Vermissung ist und bleibt sehr groß…

August


Unsere Traumreise zog sich bis Mitte August, weshalb dieser Monat nicht besser hätte beginnen können. Uns war klar, dass wir all unseren liebsten Menschen persönlich von der Verlobung erzählen wollten. Daher fingen wir an, wie die Weltmeister Verabredungen zu planen und Termine hin und her zu schieben – mit Erfolg. Wenn sich andere so sehr für einen freuen, merkt man direkt, dass man die richtigen Menschen an seiner Seite hat.

Und somit stand ich vor einer komplett neuen Herausforderung: eine Hochzeitsfotografin sollte nun ihre eigene Hochzeit planen, nachdem ich bereits über 200 Stück erleben durfte. Mehr dazu dann im Jahresrückblick 2020. 😉

Ansonsten verlief der August wieder sehr abwechslungsreich und angenehm. Der Alltag hatte mich irgendwann wieder und ich lies mich ein bisschen vom Jahr treiben.

September


Der nächste Monat sollte schon den nächsten großen Trip für mich bereithalten – zusammen mit airtours ging es auf die nächste Reise und zwar nach Kroatien, Dubrovnik. Jede einzelne Reise mit diesem Team ist ein pures Erlebnis. Vorab weiß ich, dass ich absolut geplättet und begeistert wieder nach Hause reisen werde, egal welche Destination auf mich warten sollte. Somit packte ich erneut meine Koffer und freute mich riesig auf die anstehende Zeit.

Vor gut zwei Jahren hätte ich mich niemals getraut, allein zu reisen. Allein am Flughafen, allein zu fliegen – aber mittlerweile muss ich sagen, dass ich durch die Jobs wirklich geübt geworden bin und keinerlei Skepsis empfinde. Ganz im Gegenteil – ich freu mich jedes Mal wie verrückt, denn die Anreise ist bereits der Beginn eines jeden Abenteuers.

Es hätte keinen schöneren Empfang am Abend geben können.
Erster Tag – here we go!
Jede freie Minute nutzte ich, um erstes Material zu sichten.
Wie lang mein Arbeitstag so war? Sagen wir mal zwischen 10 und 15 Stunden.

Beim Anblick dieser Bilder erwische ich mich, wie ich mit dem Kopf schütteln muss. Dies war bereits die insgesamt vierte Reise mit airtours und dass ich solch atemberaubend schöne Orte sehen und unglaubliche Hotels betreten darf, ist für mich nicht selbstverständlich und wird es auch niemals werden. Manchmal frage ich mich, wo ich jetzt wäre, wenn ich damals nicht den Schritt gewagt und mich nicht selbstständig gemacht hätte. Ich läge wahrscheinlich komplett ausgebrannt und unzufrieden auf dem Sofa, verheult und orientierungslos. Ohne Abenteuer und ohne all diese besonderen Erlebnisse. Ich bin ins kalte Wasser gesprungen und habe angefangen zu schwimmen. Mittlerweile fühlt sich das Wasser richtig schön warm und angenehm an, sodass ich es noch eine ganz lange Zeit hier drin aushalten kann. 🙂

Oktober


Vor lauter Arbeit und Glücksgefühlen habe ich doch in der Tat ganz vergessen, dass mein 27. Geburtstag kurz bevor stand. Geplant hatte ich rein gar nichts, außer einen Tag Urlaub und ein bisschen Zeit für mich – ganz langweilig und unaufgeregt mit lecker Essen am Abend. Nach diesem bisher turbulenten Jahr war das genau das Richtige.

Bereits einen Tag später ging es nämlich mit der nächsten Hochzeit weiter. Vier Stück sollten für diesen Monat noch folgen, also herrschte auf dieser Ebene bereits der Endspurt. Gegen Ende Oktober wurde es tatsächlich ein bisschen ruhiger – 21 Hochzeiten und dutzende Firmenjobs später. Zum Glück, denn da wusste ich noch nicht, wie zeitintensiv der November und Dezember werden sollten.

Wenn man selbstständig und Einzelunternehmer ist, befindet man sich eigentlich 365 Tage lang in einer Art Karussell, das niemals anhält. Es dreht sich immer weiter, es gibt immer noch eine Runde und man merkt kaum, wie schnell die Zeit dabei vergeht. Alles dreht sich um die einzelnen Jobs, die man bestens erfüllen möchte. Man arbeitet sich von Buchhaltung zu Buchhaltung und ist zu Beginn des Jahres bereits dabei, das nächste Jahr zu planen. Ein neues Karussell, das auf einen wartet. Wenn in solch einer Zeit dann auf einmal eine Woche eintritt, in der kaum was zu tun ist, fängt man an, sich zu wundern. Kann es wirklich sein, dass gerade nichts zu tun ist? Ist das Karussell kaputt? Ich kann euch sagen, dieses Gefühl ist ganz, ganz seltsam.

Freie Zeit nutzen – am besten auch einfach mal für sich allein.

In dieser freien Zeit fing ich auch an, meinen ersten eigenen Instagram-Filter zu entwickeln: #leelook, #leecold und #leechrome. Eine kleine Spielerei, die wirklich unheimlich viel Spaß bringt. Mittlerweile verzeichnen meine Filter über eine Million Impressionen, worauf ich wirklich stolz bin und jedes Mal freue ich mich, wenn mein Look verwendet wird!

November


Wie bereits angedeutet folgten nun zwei Monate, die es noch einmal in sich hatten. Meine Dienstleistung war gefragt und ich fuhr von Termin zu Termin. Ich versuchte alles wie immer zeitnah fertig zu bekommen, denn auch hier lebte ich wieder einen meiner größten Ansprüche: zeitnahe und qualitativ hochwertige Bearbeitung und keine Aufschieberitis.

Kein seltener Anblick zu dieser Zeit. Müde Augen, aber dennoch ein Lächeln auf den Lippen.

Damit ich diese Zeit auch entspannt überwältigen konnte, nahm ich mir ab Mitte November vor, jedes verbliebene Wochenende bis Ende des Jahres privat zu halten – keine Shootings, keine Termine. Denn das “am Wochenende Arbeiten” ist ein Thema, welches ich seit dem Studium mit mir rumschleppe. Freie Samstage und Sonntage sind zu purem Luxus geworden, weshalb ich mich unfassbar doll auf die Weihnachtszeit freute. Es wurden direkt Verabredungen mit Freunden geplant sowie gegen Ende des Monats die ersten Weihnachtsmarktbesuche. Dadurch, dass wir Freunde und Familie in unterschiedlichen Städten haben, sind wir seit Jahren am Pendeln. Auch wenn all die Stunden, die man im Auto sitzt, von Jahr zu Jahr nerviger werden, wissen wir, dass es sich lohnt. Freundschaften pflegen ist zeitintensiv, aber gerade zur Weihnachtszeit so wichtig!

Mein erster Glühwein in Kiel. <3

Im Dezember kam noch ein berufliches Highlight: die Imagekampagne mit der Diaknie Altholstein, für die ich zwei Tage nach Kiel gereist bin. Auch hier waren Teamarbeit und eine Menge Spaß am Projekt der Schlüssel für zufriedene Kunden und ein tolles Ergebnis.

Zwei Tage pure Produktivität! Veröffentlicht wird die Kampagne im Frühjahr 2020.

Dezember


Dieser Monat sollte wohl noch einmal alle Seiten des Lebens zeigen. Die schönen, wie auch die schlechten Seiten. Aber fangen wir mit dem Schönen an: unsere besten Freunde erlebten die ersten Tage, wie es ist Eltern zu sein, wir bekamen Besuch von weiteren besonderen Menschen und haben den Dezember so richtig schön entspannt begonnen.

Hab ich schon mal erwähnt, dass wir es lieben, für Freunde Frühstück zu machen?

Besser hätte der letzte Monat des Jahres nicht laufen können. Obendrein bekam ich noch für zwei Wochen Besuch, denn ich konnte ein erneutes Mal die Hunde meiner Schwester sitten, was ich über alles liebe und genieße!

<3

Es lief also alles bestens. Die letzten Fotojobs wurden angegangen und bearbeitet, die Arbeit lief gut. Bis wir eines Tages am Samstagmorgen in die Heimat fahren wollten, um wieder Familienzeit zu genießen. Auf dem Weg zum Auto meines Freundes kam dann aber der Schock, der uns die schöne Vorweihnachtszeit auf den Schlag erschwert hat.

Auto weg. Auto gestohlen.

Keine Worte dieser Welt können dieses Gefühl beschreiben. Dieser Eingriff in die Privatsphäre, die Entnahme eines nicht gerade kleinen Eigentums… Gefolgt von einem finanziellen Schaden und einem Haufen Papierkram – Merry Christmas. Man mag meinen, dass es ja “nur ein Auto” sei – aber dennoch gibt es einem ein ganz unsicheres und gemeines Gefühl, das einige Tage anhielt.

Doch der Alltag musste weiter gehen. Ich beendete meine letzten Jobs und bereitete mich auf unsere Weihnachtsferien vor. Als kleines vorweihnachtliches Geschenk legte ich mir noch die Nikon D850 zu, die mit mir zusammen das kommende Jahr rocken soll. Denn natürlich habe ich wieder vor, mich ab dem 01.01. stetig weiterzuentwickeln. Ich möchte erneut neue Grenzen überwinden, unvergessliche Aufnahmen zustande bringen und Menschen mit dem glücklich machen, was ich tagtäglich tue – fotografieren. <3 Bis dahin freue ich mich jetzt aber auf eine hoffentlich besinnliche Weihnachtszeit und ein gemütliches Silvester in Jogginghose und mit Berlinern. Ich bin sowas von bereit für das nächste Jahr!

2020 wird einige besondere Momente mit sich bringen. Privat wie auch beruflich wird es wieder ein einmaliges Jahr und ich freue mich schon jetzt unbeschreiblich doll auf das neue Jahrzehnt. Seien es neue Reisen, die in Planung sind, oder aber auch unsere Hochzeit, die immer näher rückt – ich kann es kaum abwarten.

365 Tage in der Selbstständigkeit

…wie lief es im ersten Jahr? Bereue ich es, einen sicheren Job aufgegeben zu haben? Ist die Selbstständigkeit wirklich das Richtige für mich und kann ich davon überhaupt leben?


Genau vor einem Jahr fing das ganze Abenteuer an. Mein sicheres Arbeitsverhältnis endete und ich war bereit, in die einhundertprozentige Selbstständigkeit zu starten. Heute sitze ich hier, in meinem geliebten Arbeitszimmer, und denke über die letzten 365 Tage nach.

Foto: Sebastian. <3
Düsenantrieb feat. Angst – wie kann das gehen?

Wenn ich an die erste Zeit zurückdenke, erinnere ich mich vor allem an eins: Große Euphorie, die ab und zu durch immer mal wieder auftretende Angst gebremst wurde. Und im Nachhinein bin ich froh, dass ich diese leichte Skepsis hatte. Denn man muss sich vor Augen führen, dass man von heute auf morgen für sich selbst verantwortlich ist. Einem SEPA-Lastschriftverfahren interessiert es nicht, wie dein aktuelles Einkommen ist. Da wird fleißig abgebucht, bis der Staat und alle Versicherungen satt sind. Die eben genannte Angst möchte ich allerdings in Respekt umformulieren – denn ich hatte beim genaueren Betrachten mehr Respekt als Angst. Und das lege ich auch jedem ans Herz, wenn er sich selbstständig machen möchte. Dieser Respekt hat mich in keine falsche Richtung rennen lassen und hat mich in vielen Situationen auch irgendwie beruhigt.

Die Vorteile der Erfahrungswerte

Zusätzlich war ich einem besonders dankbar: meinen Erfahrungswerten. Denn meine Selbstständigkeit begann nicht von null an. Ich hatte bereits sieben Jahre lang ein Kleingewerbe und ich habe sieben Jahre lang an mir und der Fotografie gearbeitet. Ich hatte den ersten Kundenstamm, ich hatte meinen Namen verbreitet und konnte am 01.03.2018 einen sanften und direkten Übergang zur ganzheitlichen Selbstständigkeit eingehen.

Wenn man sich eins eingestehen muss, dann, dass es Fotografen wie Sand am Meer gibt. Es ist heutzutage nichts Besonderes mehr, als Fotograf zu arbeiten. Unzählige Menschen kaufen sich eine DSLR und nennen sich Fotograf. Aber dabei gehört zu dieser Berufsbezeichnung meiner Meinung nach so viel mehr. Die Kamera an sich ist nur Mittel zum Zweck. In erster Linie braucht man neben der als selbstverständlich anzunehmenden Kreativität und dem gewissen Blick vor allem Empathie, Ausdauer, lösungsorientiertes Denken, Spontanität und eine Menge Menschenkenntnisse.

Man ist Dienstleister – man erbringt Dienste und man steht niemals im Vordergrund. Nicht ohne Grund ist der Arbeitsplatz hinter der Kamera. Das alles war mir immer bewusst und ich wusste auch, dass ich in der Selbstständigkeit noch eins brauche: Geduld auf allen Ebenen. Mal eben schnell zum Erfolg? Unmöglich. Ich brauchte meine sieben Jahre “Berufserfahrung”, um heute selbstsicher meinen Job ausüben zu können. Denn man tritt immer wieder mit fremden Menschen in Kontakt, die am Ende des Jobs im besten Fall aufgrund der Arbeit zu guten Bekannten geworden sind.

Neue Kontakte, neue Kunden – love it!

Betrachte ich das letzte Jahr, sind so viele neue Kontakte zustande gekommen, auf die ich wirklich stolz bin. Dazu gehört die TUI Deutschland GmbH, die Polizei Hamburg, die REWE Markt GmbH, Volkswagen Immobilien, der Carlsen Verlag oder auch der Landkreis Goslar. Dass ich jemals für diese Unternehmen fotografieren werden würde, habe ich mir vielleicht erträumt – aber ich habe nicht wirklich daran geglaubt. Und eins freut mich an diesen Referenzen besonders: ich war keine Eintagsfliege. Ich stehe mit all meinen Kunden im langfristigen Kontakt und das ist wirklich so viel Wert!

Hierbei erwähne ich auch direkt zwei Highlights aus meinem ersten Jahr: Das Kampagnenshooting für die Polizei Hamburg und drei Reisen, zusammen mit TUI, bei denen es nach Portugal, Kreta und New York ging. Jobs, für die ich unendlich dankbar bin und an denen ich auch immer wieder wachsen konnte. Denn auch das ist meiner Meinung nach für eine erfolgreiche Selbstständigkeit essenziell: man muss stetig an sich arbeiten, sich selbst reflektieren, sich neuen Dingen anvertrauen und man sollte niemals pessimistisch denken. Und dabei kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt.

Kopf hoch und das am besten ständig!

Ich liebe den Optimismus! Und ich gebe auch direkt zu, dass es mir manchmal schwer fällt, ihn zu leben. Als extrem selbstkritischer Mensch mache ich mir tausend Gedanken, wenn ich einen Job abgegeben habe und auf Rückmeldung warte. Hierbei stehe ich mir gern selbst im Weg und das nervt. An dieser Eigenschaft muss ich im zweiten Jahr noch sehr viel arbeiten. Zeitgleich denke ich jedoch, dass man kritische Selbstreflexion nicht zu 100% ablegen sollte. Denn keiner mag selbstverliebte Egoisten, die sich ihrer Sache sehr sicher sind. 😉

Sich selbst reflektieren – kann manchmal hart sein, aber bringt so viel!

Ich möchte mit diesem Abschnitt aber vor allem auf kleine Niederlagen eingehen, die vollkommen normal im Leben und in der Selbstständigkeit sind. Dazu gehört die ein oder andere Absage eines Jobs oder auch mal der falsche Job. Unbedachte Kosten, die plötzlich auf einen zukommen oder auch das Eingestehen, dass man vielleicht zu viel “ja” gesagt hat und seinen vollen Kalender unterschätzt hat.

Das waren alles Dinge, die ich im ersten Jahr erlebt habe und es hat mir kein bisschen geschadet. Ich bin eher daran gewachsen, indem ich beispielsweise gelernt habe, dass nicht alle Anfragen/Jobs meine Kunden sein müssen. Glücklicherweise kam das sehr selten vor, aber man muss damit rechnen, dass es vorkommen kann. Genauso wie hohe Rechnungen (besonders zu Jahresbeginn), durch die man einen Zeitraum lang anders haushalten muss. Aber auch das kann man vorab einkalkulieren und durch einen angesparten Puffer ausgleichen. Anstatt sich über diese kleinen Dinge aufzuregen und kleinzumachen, gehe ich sie lieber an und versuche daraus zu lernen. Man darf sich in der Selbstständigkeit einfach nie unter kriegen lassen. Das bremst und demotiviert.

Ist denn jetzt alles so gelaufen, wie ich es wollte?

Tja, wie wollte ich es denn? Wenn ich eins wollte, dann war es glücklich und zufrieden zu sein. Ich wollte von meinem neuen Job leben können und Erfahrungen machen. Mehr wollte ich im ersten Jahr gar nicht – ich denke die genannten Ziele sind schon groß genug.

Heute kann ich sagen, dass diese Vorstellungen definitiv erfüllt wurden. Dank einer Menge Geduld, Eigeninitiative, Mut, Empathie und natürlich dank der Liebe zur Fotografie. Ich kann aktuell von meiner Arbeit als Fotografin leben und auch in Bezug auf die Zukunft etwas vorsorgen (dazu gleich mehr). Ich bin 26 Jahre alt und habe bis dato das erreicht, was ich mir für mein Leben wünsche. Gibt es etwas Schöneres? Das Leben ist mir einfach zu kurz, um unzufrieden Dinge zu tun, die mich nicht zu 100% erfüllen. Dann nehme ich lieber etwas Risiko in die Hand und mache das, was mich abends mit einem Lächeln einschlafen lässt.

Ja, das da war wirklich Arbeit! // Foto: U. Donat
Selbstständigkeit & Zukunft – harmoniert das eigentlich?

Diese ominöse Zukunft…wenn unsere Generation an die Rente denkt, kann uns eigentlich nur schlecht werden. Grund genug, sich rechtzeitig um die eigene Zukunft Gedanken zu machen. So gut wie es uns jetzt gerade geht (finanziell und gesundheitlich), geht es uns ja nicht immer. Und das ist auch ein Aspekt, der mir ehrlich gesagt hier und da mal Kopfschmerzen bereitet. Aktuell möchte ich selbständig bleiben und das auch über die Familien- und Eigentumsplanung hinaus. Daher war mir auch bei der Entscheidung, in die Selbstständigkeit zu gehen, bewusst, ich muss früh genug mit der Anlage von Rücklagen beginnen. Selbstverständlich zählt auch hier das gesunde Mittelmaß aus Sparen und Leben genießen.

Für die, die es interessiert: Ich zahle neben der gesetzlichen Rentenkasse unteranderem auch noch monatlich für die Rürup-Rente ein. Etwas, was ich jedem sehr empfehlen würde, wenn er sich selbstständig machen möchte. Aber auch für alle, die sich im Angestelltenverhältnis befinden. Legt auf jeden Fall monatlich zusätzlich etwas beiseite und verzichtet auf das extra Paar Schuhe oder sonstige (meist unnötige) Luxusgüter. Im hohen Alter werdet ihr euch dann garantiert selbst sehr dankbar sein.

Das 2. Geschäftsjahr – gibt es neue Ziele?

Ein Ziel ist es, genauso wie im ersten Jahr weiterzumachen. Mit dem Aspekt, dass das die Basis bildet, auf der ich noch weiter aufbauen kann. Ende des ersten Geschäftsjahres habe ich mir eine Drohne zugelegt, die ich nun vermehrt beruflich einsetzen möchte. Ich möchte weiter netzwerken und neue wirtschaftliche Kontakte knüpfen. Ich möchte anderen dabei helfen, sich visuell weiterzuentwickeln und nachhaltig glücklich zu werden. Alles weitere wird sich mit der Zeit finden. Ich bleibe mir und meiner Arbeit treu und freue mich riesig auf all das, was noch kommt.

Prost!

#clickwithlove

Zufrieden sein – ist das wirklich so schwer?

Man begegnet sich auf der Straße, man begrüßt sich und fragt überschwänglich “wie gehts dir?”. Natürlich geht es einem gut, denn würde man wirklich sagen, dass es einem in diesem Moment vielleicht einfach mal nicht so gut geht und man nicht zufrieden ist?

Jeder kennt es…

…diese Phasen, in denen es einem aus unerklärlichen Gründen einfach nicht gut geht. Man ist unzufrieden, man regt sich schnell über Kleinigkeiten auf und ist nur am rummäkeln – an anderen und an sich. Diese Unzufriedenheit habe ich auch erlebt und ich habe sie gehasst. Denn eigentlich hatte ich gar keinen Grund, so schlecht drauf zu sein. Ich war gesund, ich hatte ein Dach über dem Kopf und hatte tolle Menschen um mich herum. Aber innerlich war da einfach dieser dicke Knoten, der mich zuschnürte. Es war Zeit, diesen Knoten zu lösen.

Die Lösung war dann tatsächlich ein Funke Mut und der Schritt in die Selbstständigkeit. Dass das letztendlich den Knoten lösen würde, hätte ich niemals gedacht. Natürlich will ich jetzt niemanden erzählen, dass er sich sofort selbstständig machen muss, um glücklich und zufrieden zu werden. Ich möchte vielmehr damit sagen, dass der Schlüssel zum Glück manchmal schräge Entscheidungen sind.

“Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.” – Albert Schweitzer

Diese Geisteshaltung, oder auch Einstellung zum Leben, ist dein größter Antrieb. Ohne sie ständen wir orientierungslos in der Gegend rum und könnten nur schwer eigene Charaktereigenschaften bilden. Ohne eine gesunde Geisteshaltung leben wir nur danach, anderen zu gefallen, Erwartungen zu erfüllen und immer das möglichst beste abzuliefern. Man schaut viel zu oft nach anderen und misst sich an fremden Menschen. Hört man sich aber mal in einer ruhigen Minute selbst zu, sind da die heimlichen Wünsche und manchmal auch abstrusen Vorstellungen. Aber umso ominöser die Gedanken machmal sind, desto spannender wäre es doch mal, es einfach auszuprobieren. Oder?

Wo fängt man nun aber am besten an?

Seien es eine Annahme von mehr Verantwortung, ein Gang in eine ganz andere berufliche Richtung, eine große Reise die länger als drei Wochen dauert oder auch einfach nur das Überwinden von kleinen Ängsten. Entscheidungen können dein Leben verändern und etwas Großartiges in dir auslösen. Gerade letztens erst bin ich breitgrinsend und mit guter Musik auf den Ohren durch die Straßen spaziert – ohne, dass ich es bemerkt habe. Erst, als mich andere Menschen ebenfalls breit anlächelten, habe ich gemerkt, wie mein Äußeres mit dem Inneren harmonierte. Und warum? Weil ich einfach zufrieden war, mehr nicht. Ich war so sehr zufrieden mit meinem Leben und mit dem, was ich tagtäglich erschaffen und erleben kann. Hätte mich in dem Moment jemand gefragt, wie es mir geht, hätte ich ihn wohl am liebsten umarmt.

Als Sternzeichen Waage stehe ich jeglicher Entscheidung eigentlich sehr skeptisch gegenüber. Aber wenn ich eins aus dem letzten Jahr gelernt habe, dann ist es nicht nur Entscheidungen zu treffen, sondern auch voll und ganz dahinter zu stehen. Dass die ein oder andere getroffene Entscheidung auch einmal in die falsche Richtung gehen kann, ist natürlich klar. Aber dann ist man auch wieder eine Erfahrung reifer und man sollte sein Handeln einfach direkt fortsetzen, ohne groß zurückzusehen.

Wie sieht’s bei dir aus?

Wenn du jetzt in diesem Moment einmal kurz die Augen schließt und überlegst, was dich  genau in diesem Moment glücklich machen würde – was wäre das? Du willst einfach mal wieder mehr Zeit für dich haben? Dann mach das. Am besten direkt heute und sei es nur für eine halbe Stunde. Aber mach es!

Würden dich vielleicht größere Dinge glücklicher machen, wie eine Reise? Du willst etwas sehen von der Welt? Dann lege noch heute etwas Geld zur Seite und beginne ein wenig zu sparen. Seien es im Monat auch nur ein paar Euro, aber du bist deinem Traum danach schon ein kleines Stückchen näher.

Was ich damit sagen will: der erste Schritt in Richtung der Umsetzung fühlt sich wundervoll an und macht dich direkt zufriedener. Denn du hast begonnen, etwas zu ändern – du bist aktiv und kannst regelmäßig kleine Updates in deinem Leben spüren. Probiere es einfach mal aus und streiche Zweifel, Pessimismus und Ängste aus deinen Gedanken. Diese ziehen Unzufriedenheit automatisch an – genauso wie die perfekte Scheinwelt (Instagram & Co.) im Netz. Drapierte Szenarien im Bett und auf dem Frühstückstisch, eingezogene Bäuche oder seltsame Posen vor dem Spiegel – schaue dir lieber die Realität an.

Ich glaube wir müssen uns viel öfter aus dem Trubel unserer Gesellschaft herausnehmen und darüber nachdenken, was uns als losgelöste Person ausmacht. Seien es die sportlichen Vorlieben, die künstlerischen, die naturwissenschaftlichen oder auch handwerkliche Richtungen – wir als Individuum sollten dem nachgehen, was uns aus dem tiefsten Inneren lächeln lässt und stolz macht. Wir sollten uns einfach mehr selbst zuhören und intuitiv das tun, was uns erfüllt und wodurch wir am Ende des Tages gut einschlafen können. Dann ist zufrieden sein auch gar nicht zu schwer. ♥

#clickwithlove

2019 – was wirst du wohl bringen?

Das neue Jahr ist mittlerweile schon ein paar Tage alt und alle sind bereits in ihrem Alltag angekommen. Eigentlich geht alles so weiter, wie auch im letzten Jahr. War ja auch alles ganz schön aufregend – der Weihnachtswahnsinn, all die Familienbesuche, Verabredungen und Termine. Und dann stand schon Silvester vor der Tür und der recht müde erste Tag im Januar. Ich persönlich brauche immer ein paar Tage, um im neuen Jahr anzukommen. Dann habe ich auch die Ruhe, etwas in mich zu gehen, um mir das anstehende Jahr vor Augen zu führen.

vorsätze durch ziele ersetzen

Vorsätze habe ich mir eigentlich nie so richtig gemacht. Klar, bisschen mehr auf gesunde Ernährung achten und öfter Sport betreiben – aber daran muss ich mich tatsächlich ganzjährig und regelmäßig erinnern. Mich interessiert vielmehr, wie sich meine Fähigkeiten entwickeln könnten. Als sehr selbstkritischer Mensch ist es mir immer wieder wichtig, mich selbst zu reflektieren. Somit wollte ich 2018 z.B. alles ganz ruhig angehen lassen und erst einmal testen, inwieweit ich für mich allein sorgen/arbeiten kann.

Im Endeffekt bin ich irgendwie ein wenig über mich hinausgewachsen. Ich habe mich Herausforderungen gestellt und gemerkt, dass da noch mehr geht. Daher habe ich in meinem Jahresrückblick auch festgehalten, dass ich weniger Angst haben will. Ich will weiter einfach Dinge machen und Erfahrungen sammeln.

chronologische betrachtung – Frühjahr 2019

Betrachte ich das Jahr chronologisch, konzentriere ich mich jetzt erst einmal auf erste kleine Meetings mit Kunden, in denen projektbezogene Visionen aufgestellt werden. Der Januar und Februar bringen erste Shootings, durch die ich wieder Menschen glücklich machen kann. Und dies ist auch schon das erste Ziel, welches weit oben auf der 2019-Liste steht: Menschen mit meiner Arbeit glücklich machen und bei Projekten weiterhelfen.

Denn das ist immer noch der Grund, warum ich meinen Job so sehr liebe. Nach Abschluss eines jeden Auftrages kommt der Moment, der mir am meisten bedeutet: das Feedback zur getaner Arbeit. Ich stecke in jedes einzelne Foto sehr viel Liebe und versetze mich bei jedem Job in den Kunden. Dann zu sehen, dass mit meiner Arbeit Projekte umgesetzt werden, sei es im Print- oder Onlinebereich, macht mich unheimlich stolz.

Reisen – was werde ich sehen und erleben?

2018 war ich für meine Verhältnisse sehr viel unterwegs. Und damit meine ich nicht nur, dass ich auf vielen Hochzeiten getanzt haben, sondern viel mehr, dass ich etwas von der Welt gesehen habe. Und genau das wünsche ich mir auch für 2019. Dass dieser Wunsch bereits mit meinem ersten Job in New York City erfüllt wird, hätte ich niemals gedacht. Es geht erneut zusammen mit TUI/airtours auf große Reise, auf der ich Erinnerungen von den dort stattfindenden B2B-Events festhalten darf. Awesome!

Softskills: einfach der bleiben, der man ist

Mit meinen 26 Jahren meine ich mittlerweile sagen zu können, ich habe mich und meine Art zu leben, gefunden. Empathie, Gelassenheit und ein gewisser, eigener Anspruch sind meiner Meinung nach die Eigenschaften, die mir ein großartiges 2018 ermöglicht haben. Und genauso möchte ich auch weiter machen – beruflich und privat. So lassen sich auch stressige Tage überwinden. Ich bin mit mir im Reinen und kann mich daher mehr auf andere Punkte und Themen fokussieren – wie z.B. auf die Hardskills.

Hardskills: Technik, Drohne, Angst verlieren

Als Fotografin arbeite ich mit 50 % aus dem Herzen und mit dem Auge. Die anderen 50 % fülle ich mit Fachwissen, Erfahrungen und Technik-Know-How. Beim Fotografieren selbst möchte ich in Ausnahmesituationen noch sicherer werden. Dazu gehören z.B. Momente bei schlechten Lichtverhältnissen festzuhalten, oder auch das schnelle Handeln in zeitlich knapp bemessenen Situationen zu optimieren. Denn wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe: Theorie in der Fotografie ist wundervoll, aber in der Praxis hilft häufig nur schnelles Handeln. Denn gewisse Momente warten nicht auf eine perfekte Kameraeinstellung oder eine verrückte Perspektive. Sie geschehen und du musst anwesend sein.

Da ich diese Punkte allein durch meine anstehenden Jobs verbessern will und kann, bleibt noch ein weiterer Bereich offen, den ich mir für 2019 vorgenommen habe: Drohne fliegen. Jaaa richtig gelesen. Dieser Blickwinkel war mir bisher noch verwehrt. Ehrlich gesagt habe ich eine Zeit lang von Drohnen nicht viel gehalten. Im Urlaub war ich privat davon tierisch genervt und ich muss zugeben – ich habe es mir beruflich einfach nicht zugetraut. Aber dann habe ich mich daran erinnert, öfter einfach Dinge zu machen. Daher habe ich mir eine gekauft – eher spontan als lang und gut überlegt. Jetzt gilt es, zu üben und sich mit der ganzen Thematik und Technik vertraut zu machen. Dieser Bereich ist vollkommen neu für mich und neben Regeln und Gesetzen muss ich auch einfach lernen, dieser irren Entwicklung und Technik zu vertrauen. Nur so kann ich sie sicher fliegen und gut einsetzen.

Erster Flugversuch 2019.

Hochzeiten – mitten im geschehen sein

Es ist kein Geheimnis, dass ich auch dieses Jahr wieder auf vielen Hochzeiten sein werde. Momentan habe ich sie noch alle vor mir, aber ich werde schneller mitten drin stecken, als ich es mir vorstellen kann. Apropos: Das möchte ich nämlich im wahrsten Sinne des Wortes. Ich möchte mehr mitten im Geschehen sein. Bisher habe ich viel von außen aufgenommen, um einfach den gesamten Tag unauffällig zu sein. Jetzt muss ich es schaffen, das auch weiterhin zu bleiben, aber noch mehr knackige Situationen einzufangen.

Den rest des Jahres einfach geschehen lassen

Ja und das war’s auch schon. Denn das restliche Jahr lasse ich einfach auf mich zukommen. Aus 2018 durfte ich auch lernen, dass sich viele Dinge neben den geplanten Dingen sehr spontan ergeben. Daher bleibe ich lieber gespannt und freue mich auf all die alten und neuen Bekanntschaften, die ich innerhalb meines Jobs machen darf.

und privat?

Privat werde ich weiterhin versuchen, regelmäßig Auszeiten einzubauen. Feste Arbeitszeiten regeln den Alltag und dies kann ich auf jeden Fall noch optimieren. Ein Wochenende darf auch einfach mal ein Wochenende sein. Zusätzlich sollen weiterhin Freunde, Familie und meine Beziehung weit im Vordergrund stehen. Diese Energiequelle ist unglaublich wichtig und ohne diese Menschen gäbe es gar keine Kraft, all seine Ziele und Visionen umzusetzen. Ich möchte kein Negativbeispiel sein, das einen Workaholic verkörpert. Vielmehr möchte ich zeigen, dass es diese “Work-Life-Balance” wirklich gibt. Urlaub, Freizeit, der normale Wahnsinn im Haushalt – all das gehört dazu.

Ich möchte mir einfach keinen zu großen Druck machen. Das mag mein Körper nicht so, hab ich alles schon durch. Bestimmte Ziele habe ich, wie ihr gelesen habt. Aber ansonsten möchte ich einfach so weitermachen, wie sonst auch. Und wenn ich etwas an euch weitergeben darf, dann wäre das Folgendes: Vertraut weiterhin auf euer Können und auf euren Charakter. Verstellt euch nicht, um gewisse Dinge zu erreichen. Denn authentisches Handeln und Ehrlichkeit währt am längsten, das würde jede Oma unterschreiben. Diese persönliche Basis ist garantiert der Grundstein für gutes Gelingen.

Und mit diesen schon fast zu weisen Worten schließe ich diesen Bogbeitrag.

Jahresrückblick → 2018

Dieser Blogbeitrag enthält Werbung für Interpreten, Unternehmen, Hotels und Produkte.

→ Der folgende Jahresrückblick zeigt, wie ich über 12 Monate wachsen konnte. Welche Songs mich dabei besonders intensiv begleiteten und was ich mir für 2019 mitnehme. 

3, 2, 1, ….frohes neues Jahr!

…diesen Moment feierten wir mit einigen Freunden in Hamburg. Klebrige Berliner und der ein oder andere Sekt machten den Jahreswechsel perfekt. ♥
Bereits der Sonnenschein an Neujahr war ein gutes Indiz dafür, dass 2018 großartig und besonders werden würde. Untermalt vom ersten Song, der mich bis heute zum Strahlen bringt: So Far Away (feat. Jamie Scott & Romy Dya).

Januar – warum nicht direkt zu beginn mutig sein?

Nun war es da, das neue Jahr. Anstatt unsinniger Vorsätze wie mehr Sport und weniger Schokolade (ich bitte euch…) nahm ich mir lieber vor, etwas Neues zu erleben. Ich liebe es, mich auf Dinge zu freuen und so richtig in der Vorfreude zu baden. Rückblickend war 2018 das Jahr, in dem ich mich am meisten auf irgendwelche Sachen freuen konnte – große wie kleine Dinge. Die größte Entscheidung stand bereits direkt Anfang Januar an, genauer gesagt am 03.01.2018. Ich nahm jeglichen Mut zusammen und verkündete offiziell meinen Entschluss, mich mit meiner Leidenschaft selbstständig zu machen und mein sicheres Arbeitsverhältnis an den Nagel zu hängen.

Die traurige Palme sieht jetzt übrigens wesentlich besser und glücklicher aus.

Zuhause wurde ich dann mit diesem Ballon überrascht, den ich bis heute noch nicht entsorgen konnte. Das Glück, das an diesem Tag begann, hält bis heute an und ich bin unendlich dankbar, dass 2018 bereits so großartig starten konnte.

Der Entschluss war somit gefasst. Ich freute mich auf die kommende Selbstständigkeit und die Tage als Social-Media-Managerin waren gezählt (Song: Step By Step – Taurus Riley).

Das nächste Highlight war ein Kurzurlaub an der Ostsee, mit ganz besonderen Herzensmenschen. Spieleabende, gutes Essen und lange Spaziergänge am Strand – es war alles perfekt. Naja gut, bis auf meine Nasennebenhöhlenentzündung, aber die steckte ich ganz gut weg.

Februar – das Schicksal meinte es gut

Die Planungen und Vorbereitungen für meine Selbstständigkeit wurden immer ernster. Mitte Februar war es dann soweit – der letzte Arbeitstag bei meinem alten Job war vorüber, der Blumenstrauß in meinem Arm riesig groß und die Freude auf das, was kommt noch viel größer. So wirklich greifen konnte ich es an diesem Tag noch nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte. Daher nahm ich mir eine kurze Auszeit und genoss einfach die Dinge, die mich glücklich machten. Kann ich nur empfehlen! Einfach mal sich selbst rausnehmen und im hier und jetzt leben. Dabei hörte ich häufig (und laut) den Song “How Far I’ll Go” von Alessia Cara., der auch mit seinen Lyrics einfach so gut passte:

… “See the line where the sky meets the sea? It calls me
And no one knows, how far it goes
If the wind in my sail on the sea stays behind me
One day I’ll know, if I go there’s just no telling how far I’ll go” …

Wohl DAS Buch aus 2018. Viele haben es gelesen und liebten es genau so wie ich.

Was die perfekte Auszeit abrundet: ein bisschen Hamburg und ein bisschen Fischbrötchen an den Landungsbrücken.

Da es am 01.03. offiziell losgehen sollte, waren noch einige Dinge zu erledigen. Versicherungen, Erstellung von Verträgen, Rentenvorsorge, Zielsetzungen… Dass es keinen Punkt gab, an dem ich zweifelte, wäre gelogen. Beim Durchrechnen meiner Fixkosten hatte ich häufig Angst, nicht genügend Aufträge zu bekommen. Aber dann kam der Anruf, der mich voll und ganz für 2018 motivierte – TUI höchstpersönlich. Ja, ja! Dieser rote Reiseveranstalter!

Das Bewerbungsgespräch war geschafft und das Namensschild für den ersten Job durfte in die Tasche.

Schwups war er da, der erste große Neukunde in meiner Referenzliste und das passend zum Beginn meines neuen Lebensabschnitts. Ein bisschen Glück, Schicksal und ehrliche Arbeit machten es möglich, dass TUI/airtours mit mir zusammenarbeiten wollte. Schon bald sollte es für und mit airtours (hier könnt ihr einen ersten Eindruck der Bilder durchwischen) auf die erste Reise gehen.

Und es ging weiter – spontan kam die erste Hochzeit und somit begann meine Hochzeitssaison auch wesentlich früher als vorerst gedacht.

März – LOS GEHT’S! Unter anderem auf nach Portugal.

Nicht nur dieser Blog wurde im März aus Spontanität eröffnet, sondern auch der Ernst des Lebens konnte so richtig beginnen. Ich stand ab dem 01.03.2018 offiziell auf eigenen Beinen – komplett. Es gab keinen mehr, der meine Krankenkasse zahlte, der mich absicherte oder der mich bei der Altersvorsorge unterstützt. Aber zum Glück standen meine Familie und Freunde hinter mir und anstatt ängstlich zu werden, hatte ich richtig Lust. Ich hatte Lust auf das Intensivieren meiner Leidenschaft und ich wollte über mich hinauswachsen. Ich wollte nicht nur über den Tellerrand schauen – ich wollte ihn überwinden (Motivationssong und seit Jahren großer Favorit: Welcome Home – Radical Face).

Und dafür muss man auch mal ins kalte Wasser springen – das musste ich auch, denn die Reise nach Portugal stand an. Für mich hieß es, das erste Mal allein reisen. Aber anstatt zu zweifeln, packte ich die Koffer und mein Leben bei der Hand.

Diese Reise und dieser Job veränderten eine Menge. Ich lernte, mehr zu meinem Können zu stehen. Ich liebte es, mit anderen Menschen zu reisen und mich in intensive Gespräche zu vertiefen. Durch meine Leidenschaft und meinen neuen Job konnte ich Häuser und Gegenden betreten, die ich ohne die einst getroffene Entscheidung niemals gesehen hätte. Dafür bin ich unendlich dankbar und auch ein bisschen stolz. Einen detaillierten Bericht dazu könnt ihr hier nachlesen: Mit airtours ins Six Senses Douro Valley.

Ich würde mal behaupten, der Stein war ins Rollen gebracht.

April – einmal kurz stopp bitte

Wow, ein Viertel des Jahres war bereits um. Ich bin gerade erst frisch in die Selbstständigkeit gestartet und konnte erste Erfahrung mit neuen Kunden und der dazugehörigen Büroarbeit machen. Denn nicht nur die Fotografie und die Nachbearbeitung nahmen zu, sondern auch der ganze Papierkram. Steuern, Buchhaltung, Angebote & Rechnungen – all das musste parallel gewissenhaft erledigt werden.

So, und nun stand die Hochzeitssaison vor der Tür. Ich muss zugeben, dass die Angst vor zu wenig Aufträgen mich dazu verleitet hat, wenig “nein” zu sagen. Demnach wartete ein Sommer mit viel Arbeit und mit wenig Wochenenden auf mich. Anfang April merkte man daher die Ruhe vor dem Sturm. Aus diesem Grund entschieden wir uns, über Ostern ein verlängertes Wochenende lang unsere Akkus aufzuladen.

Gestärkt und energiegeladen konnten dann die nächsten Jobs angenommen und umgesetzt werden. Und trotz der ganzen Arbeit musste ich zugeben, dass ich noch lange nicht realisiert hatte, wo ich mich gerade befand.

Ich musste immer wieder schauen (und das zog sich das ganze Jahr durch und hält bis heute an), auch der Freizeit genügend Raum zu geben. Genügend Arbeit war wichtig und diese durfte besonders jetzt, in der Startphase, nicht zu leichtgläubig angesehen werden. Immerhin hatte ich meine Existenz nun selbst in der Hand. Daher waren mir kleine Auszeiten mit Freunden besonders wichtig. Konzerte und das Leben im Hier und Jetzt waren da besonders wohltuend.

Mogli – zu Beginn des Jahres entdeckte ich den Film “Expedition Happiness“, der mich so sehr in seinen Bann zog, dass ich auch der Musik von Mogli total verfallen war. Umso glücklicher war ich dann, dass ich zusammen mit zwei Freundinnen Tickets für Hamburg ergattern konnte. ♥ Ihr kennt Ihre Musik noch nicht? Dann wird es Zeit: Spotify geht immer.

Mai – das Schicksal war weiterhin auf meiner Seite

Die ersten Hochzeiten wurden fotografiert und ich war mitten in meinem Traumjob angekommen. Zwischenzeitlich entdeckten mein Freund und ich das Wandern im Harz und fanden eine weitere Möglichkeit, einen Ausgleich zur Arbeit zu haben.

Neben Hochzeiten und Babybäuchen durfte ich sogar das Leben auf einem Bio-Bauernhof, mit seinen Kühe im Sonnenaufgang, fotografieren.

Diese Abwechslung hält bis heute an und ich liebe sie! Sich zu spezialisieren und nur noch eine Branche zu bedienen? Ne, ne. Ohne mich. Dafür kann ich mich einfach für zu viele Dinge begeistern und mir wird niemals langweilig. Das ist auch der Grund, warum ich glücklicherweise an keine Saison gebunden bin.

Ende Mai hatte ich dann die Möglichkeit, meinen Freund mit nach Kopenhagen zu begleiten. Er musste beruflich dort arbeiten und ich konnte mit – denn immerhin war ich ja mein eigener Chef und konnte mir banalerweise jeglichen spontanen Urlaub selbst genehmigen.

Meine Arbeit konnte ich zum Glück überall mit hin nehmen und somit habe ich mich beispielsweise in ein dänisches Café gesetzt, den Trubel beobachtet und einen ganzen Nachmittag Fotos bearbeitet (einen Song habe ich dabei sehr intensiv gehört: The Shortchange – Thomson). Etwas, was ich schon immer einmal erleben wollte!

Spontanität und Zufälle schienen 2018 voll mein Ding zu sein. So kam es auch dazu, dass ich holterdiepolter mit der Polizei Hamburg in Kontakt geriet. Nicht, weil ich durch mein gewachsenes Selbstbewusstsein kriminell geworden bin, sondern weil sie einen Fotografen brauchten. Halleluja! Und somit schloss ich den Mai mit einem großartigem Shooting in Hamburg ab, bei über 30°C, zusammen mit der Polizei und einem großartigem Team. Wer neugierig ist, wie das ganze ablief, kann hier noch einmal mehr sehen und nachlesen.

Was für ein Mai! Der Sommer begann früh…

Juni – Familie, Freunde, Arbeit & ein richtig guter Sommer

Der Sommer kam immer mehr in Fahrt und für den Juni stand als erstes ein persönliches Highlight an – die Hochzeit unserer besten Freunde. ♥ Das zweite Mal in meinem Leben, dass ich Gast auf einer Hochzeit sein durfte. Super aufregend, leicht gewöhnungsbedürftig, aber unfassbar schön!

Der Morgen danach.

Mein Kalender platzte aus allen Nähten. Jeder Tag war mit ToDos behaftet, denn all die geschossenen Bilder wollten ja auch nachbereitet und bearbeitet werden. Umso wertvoller waren kurze Pausen zuhause, bei der Familie.

Ein weiterer Höhepunkt aus 2018 war dann die anstehende Pressekonferenz der Polizei Hamburg, am 29.06.2018. Endlich durfte ich meine Bilder sehen, eingebettet in die Kampagne. Und was soll ich sagen – zwischen all diesen erfahrenen Medienleuten stand dann ich. Breit grinsend und stolz wie Oskar.

Okay wow. 4 x 12 Meter – kann man mal machen. // Foto: M. Lischke

Das habe wirklich ich gemacht? Das hängt jetzt wirklich überall in Hamburg rum? Das ist wirklich die Polizei? Ich wusste gar nicht, wohin mit all meiner Begeisterung.

Kampagne: Polizei Hamburg

Juli – einfach nur schön

Mein Arbeitszimmer verließ ich trotz bestem Wetter nur selten, denn es war Einiges zu tun. Das Equipment wurde auch spät abends regelmäßig gepackt. Aber der Feierabend und kleine, feine Auszeiten blieben dennoch heilig.

Neben all den Terminen und Fotos wurde es auch wieder Zeit für ein Konzert und somit ging es im Juli erneut nach Hamburg, bewaffnet mit Franzbrötchen und genügend Trinken (über 30°C…) zu Ed Sheeran. Und es stimmt, was all die Menschen und die Medien sagen – dieser Typ ist live der pure Wahnsinn!

Weitergehend lasse ich mal ein paar Bilder sprechen, die den Juli ganz gut beschreiben.

August – Mallorca und die Planung für Kreta

Eine intensive Zeit lag bereits hinter mir. Einige 7-Tage-Wochen, häufig 10 Stunden Schreibtischarbeit und die Hochzeitssaison waren noch lange nicht vorbei. Aber immer noch liebte ich es, mit meiner Kamera, Menschen mit lebenslangen Erinnerungen glücklich zu machen. Ein Song, der mich spät Abends bei der Nachbearbeitung noch wach hielt, war unter anderem “Light” von San Holo. ♥

Foto: L. Winkler

Und dann kam spontan die Idee, eine Woche nach Mallorca zu fliegen. Warum auch nicht? Daher schaufelte ich mir den Kalender frei und nutzte meine Eigenbestimmtheit und Flexibilität (einen ausführlichen Bericht dieser Reise mit vielen Fotos findest Du hier. ♥) Auch im Urlaub wurde eine Menge fotografiert, denn auch privat liebe ich es, meine Kamera in die Hand zu nehmen und eigene Erinnerungen zu schaffen.

Und dabei wird mein Freund mit seinen Foto-Skills langsam zu einer ernsten Konkurrenz. 😉

2018 war das Jahr, in dem ich bisher am meisten gereist bin. Im März Portugal, im Mai Kopenhagen, im August Mallorca und im September sollte es wieder mit TUI nach Kreta gehen. In diesem Moment begleiteten mich vor allem zwei sehr laute Songs:

High Hopes – Panic! At The Disco
Body – Loud Luxury, Brando

Mein kleines Unternehmen hat immer stabilere Beine bekommen und ich fühlte mich richtig sicher in dem, was ich tue. Ich war entspannt und freudig auf das, was noch kommen sollte. Zusätzlich zu TUI und der Polizei Hamburg wollte nun auch noch REWE mit mir zusammenarbeiten. Mein Glück konnte ich nun wirklich schwer fassen. Wieder schien ich im richtigen Moment, am richtigen Ort gewesen zu sein.

Dieses kleine Logo, welches 2017 auf den Seychellen, bei einem Glas Wein entstand, schloss ich immer mehr in mein Herz. Und da Tattoos für mich derzeit nicht Frage kommen, musste mein kleines Auto dran glauben. Es durch die Gegend zu fahren, bringt einfach nur Spaß und macht mich unheimlich stolz.

September – ein halbes Jahr im eigenen Business

Sechs Monate waren um und es stand schon wieder so viel auf dem Plan! Allein sieben Hochzeiten waren für diesen Monat im Kalender. Dann sollte es neun Tage nach Kreta gehen und REWE plante seinen Marketing-Bus, der ohne meine Fotos nicht fahren sollte. Wie meine Laune war? Ungefähr so:

Foto: D. Kohnert

Aber erst einmal hieß es vor allem wieder: Koffer packen! Es ging ins Grecotel Amirandes, das für neun Tage meinen neues Zuhause sein sollte. Surreal! Aber ziemlich, ziemlich toll. Hier ein paar Einblicke der Reise:

Foto: U. Donat

Wieder zuhause angekommen, hieß es realisieren, sacken lassen und wieder Stolz verspüren. Aber es musste auch weiter gehen, daher ging es quasi direkt vom Flieger wieder an den Schreibtisch. Und dann stand auch schon REWE auf dem Zettel:

Improvisieren? Kann ich!

Zwischen Katzenfutter, Klosteinen und Partysnacks baute ich mein Set auf. Denn wenn ich eins lieben gelernt habe, ist es flexibel zu sein und lösungsorientiert zu denken. Glamour-Setting im großen Loft-Studio? Schon schön, aber was nachher zählt und entscheidet, ist das Foto. Und das geht auch in der Lagerhalle, direkt vor Ort. Parallel ließ ich in der gesamten Lagerhalle eine meiner Lieblingsplaylisten laufen – Jazz Vibes. ♥ Atmosphäre schaffen? Kann ich. Viel schöner war obendrein noch, dass ich auch im November noch einmal für diesen Kunden gebucht wurde – eine Bestätigung, die mich innerlich weiter wachsen ließ. Zumal ich seitdem mit einem ganz anderen Bewusstsein durch einen REWE laufe… das, was das Unternehmen für seine Mitarbeiter tut, ist wirklich toll. Das nur am Rande.

Oktober – Älter werden, Freizeit genießen und weitermachen

Oktober – was liebe ich diesen Monat! Ich liebe jede einzelne Jahreszeit, aber gefühlstechnisch hänge ich total am Herbst. Die Bäume, die Luft, das Licht – einfach alles an dieser Zeit ist einfach wohltuend. Neben meinem Geburtstag war ein weiteres Highlight auf jeden Fall das Hundesitting der beiden Hündinnen meiner Schwester.

So viel frische Luft, wie ich in diesen Tagen bekommen habe, bekomme ich wirklich nur selten.

Einmal mit Hunden aufgewachsen, immer Hunde im Herzen.

Der Oktober brachte aber auch so ganz langsam das Ende der Hochzeitssaison mit sich. Rückblickend durfte ich wieder so viele Paare glücklich machen und so viel Schönes sehen und erleben. Ich wuchs in die ein oder andere Hochzeitsgesellschaft richtig hinein, da ich bereits den gesamten Freundeskreis und dessen Hochzeiten fotografiert hatte. Ein irre Gefühl!

Auch die Anfragen für 2019 blieben nicht aus. Das gesamte Jahr über hatte ich viele Gespräche und viele Termine wanderten in meinen Kalender. So konnte ich bereits im Oktober verkünden, dass ich für das kommende Jahr ausgebucht bin. Ich hatte mir eine persönliche Grenze an Hochzeiten gesetzt, die dann doch schnell erreicht war. Auch 2020 war bereits in diesem Sommer so beliebt, dass ich einige Nachrichten bekommen habe. All diese Liebe und das Vertrauen, das einem bereits vor der Hochzeit geschenkt wird, ist nicht als selbstverständlich anzusehen.

Zusätzlich besuchte ich in Hamburg wieder ein Konzert: Joshua Radin & William Fitzsimmons. Wow, was für ein Abend! Ein Abend, von dem jetzt kein großes Foto existiert, aber ganz viel Gänsehaut und Wärme im Herzen. Denn das stand bei diesen zwei Musikern weit im Vordergrund. Und das gebe ich auch gern noch einmal nach draußen weiter: Leute, lasst das Handy bei solchen Abenden einfach mal in der Tasche. Wie häufig schaut man sich die verwackelten Videos wieder an? Viel schöner ist es, vor Ort auch mal kurz die Augen zu schließen und die Live-Musik aufzusaugen. Ich händige es mittlerweile so, dass ich mal zu Beginn ein Foto mache und das Handy dann für den restlichen Abend wegpacke. So können die Leute hinter einem auch besser gucken. 😉

November – der Herbst ging, die Entspannung kam (ein bisschen)

Auch wenn es mir immer noch schwer fällt, “nein” zu sagen, wollte ich mich für November und Dezember etwas bremsen. Ich muss gestehen, dass ich letztendlich doch wieder mehr angenommen habe, als ich vielleicht vorerst wollte. Allerdings befinde ich mich immer noch im ersten Geschäftsjahr meiner Selbständigkeit und ich muss lernen, wo meine Grenzen sind. Ich muss lernen, was ich ganzjährig an Einnahmen benötige, um für meine Zukunft vorzusorgen. All das sind Dinge, die romantischer sein könnten, aber zu meinem jetzigen Leben dazugehören.

Neben einigen Terminen und Sitzungen am Schreibtisch, schaffte ich es dennoch, mir ein paar Tage freizuschaufeln. Einfach mal nichts tun, ein Wochenende ohne Termine in die Heimat fahren oder Sachen machen, wie Beiträge für diesen Blog hier zu schreiben (dabei habe ich übrigens in folgendem Song gebadet: Focus – Elias). Der November sollte mich so langsam zur Ruhe bringen, denn gefühlt war ich seit Januar unter Strom. Auch wenn ich ein paar Erholungsphasen eingebaut hatte, hat mein Kopf ständig weitergearbeitet und das E-Mail-Postfach wurde selten ignoriert.

All die Unsicherheit, ob auch alles klappt. Ob die Kunden mit mir und meiner Arbeit zufrieden sind…all das hat mich sehr beschäftigt. Zusätzlich kamen auch Themen auf, wie das der Urheberrechtsverletzung (was genau ich damit meine, kannst du hier lesen) und kleinere Enttäuschungen. Aber auch das gehört dazu und ich muss lernen, neben all den schönen Momenten auch mit stressigen und nervigen Situationen umzugehen.

Umso mehr freute ich mich auf den Dezember, die Adventszeit und ein paar besinnliche Tage.

Dezember – 2019, ready to take off

2018 liegt so gut wie hinter mir und abschließend freue ich mich auf eine gemütliche und ruhige Weihnachtszeit. Neben dem normalen organisatorischen Alltag werde ich diesen Monat versuchen, viel Kraft für das kommende Jahr zu sammeln, denn auch dort ist wieder Einiges geplant.

Für 2018 kann ich folgendes Fazit ziehen:

Ich habe aufgehört, zu viel Angst zu haben. Sobald man sich und seinen Fähigkeiten vertraut, öffnen sich automatisch Türen, mit denen man vorerst nicht gerechnet hätte. Karma und Schicksal arbeiten häufig Hand in Hand und daher kann man den einen Teil seines Lebens planen, aber den anderen Teil muss man passieren lassen.

Aus negativen Momenten, versuche ich immer etwas Positives zu ziehen. Nur so können wir lernen und stetig besser werden. Ein großer Punkt ist hier die Kommunikation – miteinander reden, einander helfen und einfach nicht zu verbissen sein.

Und zu guter Letzt – Arbeit zahlt sich aus. Es gibt Phasen, die sind ungemütlich. Man arbeitet viel, die Freizeit ist rar… aber umso mehr schätzt man die ruhigen Phasen im Leben. Ich gebe mich jetzt mit weniger zufrieden und bin einfach dankbar, wenn ich mit Freunden oder der Familie entspannt zu Abend essen kann, mit einem Glas Wein und netten Gesprächen. Umso mehr Energie habe ich dann wieder für meinen Job, der mich jeden Tag wachsen und strahlen lässt. Denn ich arbeite nicht ohne Sinn vor mich hin – ich arbeite für meinen persönlichen Traum. Hier passt auch der letzte Song-Tipp aus meinem Jahr 2018: Burnout von Jomo & Sammy Deluxe. Einfach mal (zu)hören. Denn eins muss ich noch festhalten – seit Januar war ich nicht einmal mehr krank. Ich hatte keinen Schnupfen oder ähnliche Wehwehchen. Ist die Seele zufrieden, ist es auch der Körper.

Ich freue mich riesig auf 2019 und auf die Dinge, die anstehen und die Dinge, die ich noch nicht vorhersehen kann. Eine große Sache wartet bereits im Februar auf mich. Ein Job, der mich erneut sprachlos macht, da ein großer Traum in Erfüllung geht. Dass dieser mal mit einem Auftrag erfüllt wird, hätte ich mir niemals erträumt. Was das ist? Ich werde das Geheimnis bald lüften. 😉

#clickwithlove

Urheberwas? Urheberrecht!

“Es ist doch nur ein Foto…”

Das Urheberrecht – nicht nur in wissenschaftlichen Arbeiten essenziell, sondern auch in unserem alltäglichen, digitalem Leben.
Ein Beispiel: (Sozialen) Medien  – was wäre diese Welt ohne Fotos und visueller Unterstützung?

Der folgende Beitrag ist als eine Art Erfahrungsbericht anzusehen und soll kein trockener Aufsatz aus dem Medienrecht sein. Ich möchte mit den folgenden Zeilen gern zeigen, womit wir als Fotografen häufig zu tun und zu kämpfen haben. Oft ist die Grenze zwischen Unterstützung und Ausnutzung nämlich sehr schmal.

Seit gut neun Monaten bin ich nun zu 100 % selbstständig und darf von meiner großen Leidenschaft leben.  Seit 2011 arbeitete ich an diesem Traum, verzichtete auf Vieles und durfte Einiges dazulernen. So lernte ich dieses Jahr auch, dass es für den ein oder anderen nicht selbstverständlich ist, das Urheberrecht und dessen Auswirkungen im Hinterkopf zu behalten.

© Foto: Sebastian, meine bessere Hälfte. <3

Rechtsklick, “Bild speichern unter…” und veröffentlichen

Laut § 12, Absatz (1) hat der Urheber das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist¹. Nutzungsrechte und gar Urheberrechte können ganz legal und unkompliziert vergeben werden – würde man offen und transparent kommunizieren. Nur leider wird die Kommunikation zum Urheber gern übersprungen. Es ist doch nur ein Foto und der Fotograf kann sich doch freuen, wenn man es weiter verbreitet… könnte man meinen. Allerdings tut es einem im Herzen weh, wenn man seine Fotografien per Zufall in einem reichweitenstarken Medium abgedruckt und/oder online veröffentlicht sieht. Versehen mit einer falschen und fremden Quellenangabe. Und was bringt mir ein veröffentlichtes Foto, ohne meinen Namen? Richtig: herzlichst wenig, bis rein gar nichts.

Genau diese Erfahrung musste ich 2018 machen und ich realisierte, dass mündliche Versprechungen, auch wenn sie ins Gesicht ausgesprochen werden, nichts zu bedeuten haben. Dass ich hier keine Namen und Details nenne und auch nirgends nennen werde, ist selbstverständlich. Der Vorfall und weitere Recherchen machten mir nur deutlich, dass diese Problematik mehr Aufmerksamkeit und Sensibilität verdient.

Daher hatte ich auch schnell ersten Kontakt mit einem Medienanwalt für Urheberrecht. Denn vorerst wusste ich mit der Situation gar nicht umzugehen. Wie verhalte ich mich am besten, wie muss man hier kommunizieren? Eine professionelle Meinung und Beratung war mir bei diesem sensiblen Thema sehr wichtig. Dennoch war es ein Gang, den ich hoffentlich nicht regelmäßig verpflichtet bin zu wählen. Ich muss gestehen, dass es mir innerlich auch unfassbar leid tut und die Entscheidung kein einfacher Entschluss war. Denn ich bin durch und durch harmoniesüchtig und liebe die Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Aber natürlich möchte ich auch ernst genommen werden und meine Arbeit bedeutet mir viel – sehr viel.

[Nachtrag: 07.11.2019] Im Sommer 2019 konnte ich das Kapitel meines Falls endlich abschließen. Doch dieser Weg war schmerzhaft, denn ich musste mir Dinge wie “Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass es dir nur ums Geld ging. Mich bringst du damit in eine existenzielle Lage, die momentan echt scheisse für mich ist. Menschlich gesehen hätte ich anders gehandelt.” von der Gegenseite anhören. Und das ist nur die Spitze vom Eisberg. Ich musste mir verschiedenste Anschuldigungen anhören, dass ich unmenschlich handeln würde. Dass ich Schuld sei, dass die Gegenseite nun finanzielle Probleme hat. Ich war einfach nur verletzt und war mit dieser Situation total überfordert, sodass ich mein Handeln sogar in Frage gestellt habe. Aber nein – mein Bildmaterial wurde geklaut und meine Fotos wurden ungefragt in einem bekannten, Reichweiten starken Medium abgedruckt. Wenn ich eins darf, dann für mein Recht einstehen.

© Foto: Sebastian, meine bessere Hälfte. <3

Urheberrechtsverletzung oder auch “Bilderdiebstahl”

Nun muss ich also nicht nur auf meine persönlichen Gegenstände aufpassen, sondern auch auf meine Fotos. Nutzer verwechseln das Internet schnell mit einem Selbstbedienungsladen. Die Hemmschwelle ist gering und es ist ja auch extrem schnell getan. Schließlich sind es nur diese paar Fotos…

Aber dass ich davon lebe, dass ich diese Fotos aus Leidenschaft und als Unterstützung für andere angefertigt habe, dass mein Lebensunterhalt und meine Zukunft von jeder Veröffentlichung abhängig sein kann – das ist schnell vergessen. Ist es cooler, wenn man den Urheber nicht nennt? Ist es zu kompliziert und zu aufwendig, den Namen des Fotografen zu markieren oder weiterzugeben? Ich weiß es nicht.

Don’t forget – Unwissenheit ist kein Schutz

Schon öfter musste ich andere Nutzer höflich darauf aufmerksam machen, mich doch bitte als Fotograf bei meinen Aufnahmen zu markieren. Gerade Instagram ist hier immer noch ein reines Chaos. “Na klar, mache ich direkt!” kommt dann häufig als Antwort. Ja, aber warum denn nicht gleich? Jede falsche oder fehlende Kennzeichnung kann mit einer Abmahnung einhergehen (sofern es nicht zuvor anders abgemacht war). Das Urheberrecht könnte glatt zum kleinen Bruder der Werbe-Kennzeichnungspflicht werden. Nur, dass die stets durchzuführende Nennung des Urhebers bereits ein geschriebenes Gesetz ist.

Das Ende vom Lied – Kosten & Nerven

Solch eine Urheberrechtsverletzung bedeutet Zeit, Nerven und einige finanzielle Auslagen. Immerhin weiß ich nun, dass eine Rechtsschutzversicherung doch nicht ganz blöd ist.

[Nachtrag, 18.01.19]: Mittlerweile habe ich auch in Erfahrung bringen können, dass man sich gegen solche Verletzungen nicht versichern lassen kann. Jegliche Versicherer schließen den Bereich “Urheberrecht” komplett aus. Daher bleibe ich aktuell auf den hunderten Euros von Anwaltskosten sitzen, da von der Gegenseite auch nach vier Monaten noch keine nützliche Reaktion kam. Ich muss weiter warten und darauf hoffen, dass endlich eingesehen wird, dass man mein Eigentum illegal zum Eigennutz verbreitet hat.

Man muss immer mal auf die Nase fallen, um etwas reicher an Erfahrung zu werden. Als gebranntes Kind werde ich nun jedem Einzelnen damit auf die Nerven gehen (müssen), wenn es um Veröffentlichungen und Namensnennungen geht. Ich würde auch weiterhin dafür “kämpfen”, dass ich als Fotograf ernst genommen und nicht (unwissentlich) ausgenutzt werde. Und dabei geht es mir nicht nur um mein eigenes Business, sondern auch um das eines jeden anderen Fotografen oder Künstlers.

→ Solltet ihr also vor der Situation stehen, ein Foto zu veröffentlichen – sei es in den Sozialen Medien oder in Prints – denkt bitte noch einmal darüber nach, ob alle Personen, die zu der Entstehung beigetragen haben, damit einverstanden und genannt sind. Glaubt mir – es wird sie freuen.

#clickwithlove


¹ Quellenangabe §12, Absatz (1):
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__12.html, (14.11.2018, 10:45 Uhr)

Selbstständig durch Masterplan – TEIL 1:

Seit zwei Monaten darf ich nun bereits meinen Traum leben und selbstständig als Fotografin arbeiten. In dieser Zeit ging es mir so gut wie schon lange nicht mehr – und warum? Weil ich meinen ZDE gefunden habe. ZDE was?


Jeder, der das Buch “Das Café am Rande der Welt” gelesen hat, weiß, was damit gemeint ist. “ZDE” bedeutet den Zweck der Existenz gefunden zu haben. Und ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass ich meinen ZDE ganz selbstständig gefunden habe und ihn nun immer weiter kennenlerne und ausbaue.

Hast Du auch schon Deinen ZDE gefunden?
Hast Du auch schon Deinen ZDE gefunden?

Daher möchte ich mit diesem Artikel einen Überblick geben, was auf meiner ToDo-Liste stand, als ich wusste, dass ich selbstständig als Fotografin arbeiten möchte. Denn auch wenn ich schon bis dahin gute sieben Jahre nebenberuflich als Fotografin gearbeitet habe, ändert sich doch so einiges.

Dich interessiert, wie alles angefangen hat? Dann hier entlang!

TEIL 1 wird die ersten Basics behandeln, um Dich nicht direkt umzuhauen. TEIL 2 wird dann ein wenig die Feinarbeit behandeln. So stay tuned.

Von Krankenkasse bis Rente – nun liegt alles in deinen Händen.

Meine Pläne wurden Ende 2017 konkret und ich spürte immer mehr, dass ich mich an einem Punkt in meinem Leben befand, der Veränderung brauchte. Ich entschied 2018 zu DEM Jahr zu machen und schrieb im Dezember auf, was ich alles angehen möchte. Hier der erste Teil meiner Liste:

→ sich ab dem 01.01.2018 umsatzsteuerpflichtig melden
→ Abgabe der Steuererklärung: Wann und wie oft?
→ Thema Steuererklärung: Gibt es eine gute Software?
→ Info an die Krankenkasse geben
→ Künstlersozialkasse?
Gewerbe ummelden
→ Versicherungen beachten: Berufshaftpflicht, Equipment & BU
→ Thema Rentenvorsorge: was mache ich für meine Zukunft?

Wie Du schon siehst, bereits der erste Teil der Liste war lang und hinter jedem einzelnen Punkt befand sich eine Menge, die beachtet werden musste. Aber ich hatte Lust und zwar so richtig! Also begann ich Schritt für Schritt, diese Liste abzuarbeiten.

Bye Bye Kleinunternehmerregelung

Mit dem Start meiner Selbstständigkeit wollte ich mich auch von der Kleinunternehmerregelung verabschieden. Denn ich will etwas Großes, etwas “Richtiges” und daher entschied ich mich, ab dem neuen Jahr 19 % Umsatzsteuer zu erheben. Das war bereits der erste kleine Schritt und es ging noch nicht mal richtig los. Ich stattete dem Finanzamt also einen Besuch ab und meldete mich umsatzsteuerpflichtig. Wochen später durfte ich dann auch merken, dass eine zusätzliche schriftliche Anmeldung sicherer ist, nachdem ich am Telefon gesagt bekommen habe (sehr nett und freundlich, das muss ich betonen!), dass die Info noch nicht ganz angekommen war. → Also Tipp von mir: Immer alles schriftlich an die Ämter senden und Dein Schreiben für die Akten kopieren. So bist Du auf der sicheren Seite.

Mit dieser Anmeldung habe ich mich parallel dazu verpflichtet, monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abzugeben. D. h. ich setze mich jetzt jeden Monatsanfang hin und teile dem Finanzamt mit, welche Einnahmen und Ausgaben vorliegen – simple Buchhaltung. Die einen mögen es lästig finden, ich finde es sehr gut! Denn Du hast alles im Überblick und siehst die Entwicklung Deines Unternehmens. Zusätzlich leistest Du bereits erste Vorarbeit für die Einkommensteuererklärung, die für das gesamte Jahr fällig ist. Denn Du notierst ja schon regelmäßig, wie sich die Finanzen so verhalten. 😉

Hier auch der nächste Tipp: Es gibt zahlreiche Software-Produkte auf dem Markt, die Dir bei der Steuererklärung ungemein helfen. Ich bin sehr dankbar, mit einer solchen Software arbeiten zu können, da es einem ein sicheres Gefühl gibt und eine Menge erklärt. Einen aktuellen Vergleich möglicher Programme findest du hier.

Selbstständig und glücklich.
Selbstständig und glücklich.

Krankenkasse – im Fall der Fälle merkst Du die Notwendigkeit

Der wohl dickste Fisch unter den ToDos… ein Punkt, der mir bis dato immer wieder etwas schräg im Magen liegt. ABER – es ist wohl das mit wichtigste Thema! Denn im Fall der Fälle merkst Du, wie gut es ist, richtig krankenversichert zu sein.

Ich habe Anfang des Jahres einfach mal bei meiner Krankenkasse angerufen und denen erzählt, dass ich mich bald selbstständig machen möchte. Parallel hat mir der nette Herr dann auf deren Webseite die entsprechenden Formulare herausgesucht, die ich ausgefüllt verschicken sollte. Ging alles super einfach und schwupps wusste meine Krankenkasse, was los ist. Ich musste dann nur noch mein durchschnittliches Monatsgehalt einschätzen, von dem der monatliche Beitrag dann abhängig ist. Klingt toll – außer, dass es in meinem Fall jetzt keinen Arbeitgeber gibt, der 50% davon übernimmt. Und die monatlichen Fixkosten betragen hier mehrere hundert Euro, was ja wohl kein Geheimnis ist. Da gibt es aber noch den Joker namens Künstlersozialkasse (KSK).

Diese unterstützt in vielen Fällen Künstler und ersetzen in diesem Fall den Arbeitgeber. Als Fotograf ist es allerdings gar nicht so einfach, von der KSK unterstützt zu werden, da der Spalt zwischen Künstler und Handwerker sehr schmal ist. Ich warte noch immer auf das endgültige Urteil und muss erst mal damit rechnen, dass ich den gesamten Beitrag selbstständig bezahlen muss. [Nachtrag:] Nach gut drei Monaten kam dann der langersehnte Brief, in dem festgehalten wurde, dass ich von der KSK unterstützt werde. Für mich essenziell und sehr beruhigend. Der letzte Schritt bestand daraus, mein Jahreseinkommen (also alle Einnahmen abzgl. der Betriebsausgaben) einzuschätzen, damit die KSK die monatlichen Zahlungen berechnen kann. Dieser Wert muss jedoch immer direkt angepasst werden, sollte sich etwas an dem Jahreseinkommen ändern.

Aber auch wenn die monatlichen Zahlungen an die KSK zwischen 400,00 und 1.000,00 € liegen können, sollte das einen nicht einschüchtern. Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, WOFÜR wir unsere Beiträge zahlen. Und dass wir einfach so zum Arzt gehen können, unsere Karte durchziehen und bestens versorgt werden, ist nicht überall auf der Welt so selbstverständlich. Dass eine Behandlung mal mehrere tausend Euro kostet, ist keine Seltenheit. Zusätzlich zahlt man mit dem Beitrag an die KSK für die Pflege- und Rentenversicherung ein, also eine Art “Rund-um-sorglos-Paket.”

Von daher sei hier lieber ganz entspannt und kalkuliere immer wieder Deine gesamten Fixkosten durch. Das gibt Dir einen Überblick und lässt solche Kosten nicht zum Problem werden.

Ein Arbeitszimmer, eine Adresse – das Unternehmen bekommt ein Zuhause

Da ich die Jahre zuvor hauptsächlich in meiner alten Heimat fotografiert habe, hatte ich mein Gewerbe noch in Schleswig-Holstein gemeldet. Das sollte sich jetzt ja aber ändern, d. h. ich muss auch meine Geschäftsadresse ändern. Eine reine Ummeldung ist in diesem Fall nicht möglich. Also: Gewerbe in Schleswig-Holstein abmelden und in Niedersachsen anmelden. Und auch hier muss ich sagen, dass ich von den Ämtern wirklich überrascht war! Alles ging reibungslos innerhalb einer Woche über den Tisch.

Safety First – die Must Haves der Versicherungen

Wir müssen uns nichts vormachen – heutzutage kann man sich gegen jeden blauen Fleck versichern lassen. Aber da sind schon ein, zwei Versicherungen, die Du brauchst, wenn Du selbstständig arbeitest. In meinem Fall waren das einmal die Berufshaftpflicht und eine Equipment-Versicherung. Jaaa, Schande über mein Haupt. Die Jahre zuvor habe ich sehr risikolastig gelebt und ich habe mich erst jetzt darum gekümmert.

Mit meinem Versicherungsmakler bin ich einige Angebote durchgegangen und zusammen haben wir dann das Beste für mich gefunden. Lasst Euch da bloß gut beraten und vergleicht! Es gibt so viele Fehlerquellen, die leicht zu übersehen sind und im Schadensfall nachher einiges ausmachen.

Dann gibt es natürlich noch die Berufshaftpflicht (BU). Da ich diese bereits in meinem alten Job unterschrieben habe, war das Thema bereits für mich abgehakt – zum Glück! Eine gute BU ist so organisiert, dass auch ein Branchenwechsel keinerlei Auswirkungen auf die Beiträge hat. Hätte ich mich erst jetzt um das Thema gekümmert, wäre es sehr schwer bis unmöglich für mich gewesen, gut gegen die Berufsunfähigkeit versichert zu werden. Als Fotograf ist das Risiko einfach unfassbar hoch, berufsunfähig zu werden, da Dein ganzer Körper im Einsatz ist. Eine Ablehnung nach der anderen ist da schon möglich, oder Du zahlst monatlich unendlich hohe Beiträge. Von daher kümmere Dich am besten so früh wie möglich um die BU! Das Gerede darum ist keine heiße Luft, sondern wirklich wichtig.

Im Alter? Da will ich keine Fenster putzen müssen.

… und das ist gar nicht so witzig. Denn wenn wir alle mal ehrlich sind, macht einen der Gedanke ans Alter manchmal etwas Angst. Da ist nicht nur die eingeschränkte Mobilität und das Kränkeln an jeder Ecke, sondern auch die Altersarmut, die bereits heute ein großes Thema ist. Und unsere Generation wird es vermutlich noch viel schwieriger haben. Daher ist eine frühzeitige Rentenvorsorge essenziell. Auch ich habe mich erwischt, wie ich erst mit den Augen rollen musste. Denn da geht monatlich ein gewisser Batzen Geld vom Konto und man sieht keinen direkten Nutzen darin. Aber hey! Würden wir das Geld nicht beiseite legen, sieht es später ganz schön schwarz aus.

Ich persönlich habe mich für die Rürup-Rente entschieden. Für Selbstständige eine feine Wahl, da es hier steuerliche Vorteile gibt. Auch hier informiert Euch am besten bei jemanden, der richtig Ahnung vom Fach hat und dem Ihr vertraut. Das zahlt sich aus, auch Jahrzehnte später! Selbstverständlich gibt es zusätzlich noch weitere Möglichkeiten, wie man seine späteren Fixkosten gering halten kann. Auf einer einzelnen Versicherung ausruhen ist meistens nur die halbe Miete.

Nichtsdestotrotz sollten wir natürlich auch den Moment leben und nicht jeden Penny im Sprint auf das Sparbuch bringen. Man weiß nie, ob man seine Rente erleben wird. Dafür haben wir das Leben einfach nicht in der Hand. Aber das Ziel jedes Einzelnen ist es doch irgendwo, zufrieden im Alter leben zu können, oder? Von daher muss jeder für sich seinen goldenen Mittelweg finden.

Organisation ist das halbe Leben

Wie Du schon siehst, macht es Sinn, einen Punkt nach dem anderen abzuarbeiten. Das Gefühl danach ist wundervoll! Du fühlst Dich sicherer und bist super motiviert, in die Selbstständigkeit zu starten.

Dazu muss ich noch sagen, dass einem das Ganze hier natürlich nicht geschenkt wird, nur weil Du jetzt selbstständig bist. Für jeden Schutz, jede Genehmigung und für jede Garantie will das Land Geld sehen. Daher empfehle ich definitiv, früh genug mit dem Sparen anzufangen. Sparen ist generell ein Thema, was in der Selbstständigkeit ganz weit oben unter den Prioritäten steht. Einen finanziellen Puffer zu besitzen, beruhigt einen nicht nur, sondern kann einen in brenzlichen Situationen auch das “Leben retten”.

Zu guter Letzt wie immer der Hinweis, dass die hier aufgeführten Punkte meine eigens gesammelten Erfahrungen sind. Jeder sieht vereinzelte Themen vielleicht ganz anders, wenn man selbstständig unterwegs ist und das ist auch vollkommen in Ordnung. In allen Fällen ist es jedoch immer besser, sich an Profis zu wenden. Seien es Versicherungsmakler, die Kassen direkt oder die Ämter. Überall bekommt man wundervolle Hilfe, wenn man selbst immer nett und freundlich bleibt.

TEIL 2 wird dann noch ein paar Details behandeln, wie die Themen Fahrtenbuch, Organisation auf dem Schreibtisch, professionelle Datensicherung oder auch den Aspekt der Erarbeitung einer eigenen Unternehmensphilosophie und Marketingstrategie.

#clickwithlove 

Selbstliebe ist kein Trend, sondern Urvertrauen

Selbstliebe? Lieber “einfach mal machen!”

Es war Montag und leider fiel für Mittwoch aufgrund von Krankheit ein Fototermin aus. Irgendwie juckte es aber in meinen Fingern und ich wollte etwas kreieren – etwas, was unter die Haut geht. Ich fing an mit Rina zu schreiben. Rina ist neben Ihrem Mediendesign-Studium Influencerin auf Instagram und kämpft seit geraumer Zeit mit den Themen Lipödem und Selbstliebe.

Wir kannten uns bisher nur über Ecken und das auch eher weniger. Um so schöner war es, dass uns die Spontanität überkam und wir einen Termin zum Fotos machen vereinbarten – es sollte direkt übermorgen sein.

Aber erst einmal ein paar Worte zu Rina und Ihrer Geschichte:

Rina, seit wann kämpfst Du gegen das Lipödem?

“Eigentlich kämpfe ich schon seit der Pubertät gegen das Lipödem. Ich habe mich immer gefragt, weshalb meine Beine nicht zu meinem restlichen Körper passen. Hosen kaufen war, gefühlt seitdem ich denken kann, eine totale Qual. Ich hatte immer die dicksten Beine. Ich bin jetzt bald 24. Die Diagnose kam aber leider erst vor knapp 5 Jahren. Davor wusste ich nicht, dass es diese Krankheit gibt. Meine Oma hat durch Zufall einen der sehr seltenen Beiträge im Fernsehen gesehen. Daraufhin bin ich zum Arzt und dieser bestätigte den Verdacht. Von da an hieß es: “Kämpfen und niemals aufgeben!” Aufgeben ist niemals eine Option für mich.”

Rina, 24 Jahre jung. Unsicher, nicht glücklich.
Rina, 24 Jahre jung. Unsicher, nicht glücklich.

Welche Einstellung hattest Du in dieser Zeit zu Fotos von Dir selbst?

“Ich habe es unfassbar gehasst, wenn Bilder von mir gemacht wurden. Ich habe es gehasst, sie anzuschauen. Denn meine unproportionalen Beine standen sofort immer im Fokus… Ich habe mich eigentlich selbst gehasst. Alle meine Freundinnen waren immer schlank und hübsch und ich war immer die dicke, mit dem „hübschen Gesicht.” Wenn ich Bilder von mir selbst gemacht habe, dann natürlich immer nur von meinem Gesicht.”

In der heutigen Zeit “muss” jede Frau zu sich stehen…

Unsere Generation ist mit den sozialen Netzwerken aufgewachsen und verbringt einen Teil ihres Lebens darin. Laut einer Studie verbringen wir ein Jahr und sieben Monate unseres Lebens auf Facebook – bei Instagram sind es acht Monate unserer Lebenszeit. In dieser Zeit teilen wir aber nicht nur positive Momente unseres Lebens, sondern sind auch angreifbar. Eine verzerrte Realität erschwert einem den Alltag. Anonymität, Bildbearbeitungsprogramme und die freie Fantasie vieler User laufen tagtäglich auf Hochtouren und vermitteln DAS perfekte Leben. Keine Neuheit, oder?

Spätestens 2017 boomten dann Accounts, die Selbstliebe kommunizierten und dafür standen und stehen, dass man seine Makel anerkennen muss. Das ist super und sollte auch weiter so bestehen bleiben! Aber habt Ihr auch manchmal das Gefühl, dass diese Selbstliebe eine Art Trend geworden ist? Man MUSS jetzt gewisse Makel an sich anerkennen und damit fein sein. Aber was definiert einen Makel? Was ist die Definition von “nicht schön”?

Selbstliebe ist Urvertrauen.
Selbstliebe ist Urvertrauen.

Das Shooting stand an – die Unsicherheit kroch in die Knochen

Was waren Deine Gedanken vor dem Shooting?

“Ich war super aufgeregt. So sehr, dass ich fast abgesagt hätte, weil ich mir das mal wieder nicht zugetraut habe. Aber dann dachte ich „Einfach mal machen!” Leevke macht tolle Bilder, sie wird die Erste sein, der ich vertraue. Und so war es auch.” 

Wie hat sich Dein Gefühl während des Shootings verändert?

“Ich war anfangs alles andere als offen. Super verklemmt, unsicher und zurückhaltend. Man kann fast schon sagen, voller Angst etwas falsch zu machen. Aber man kann ja gar nichts falsch machen… der Kopf wollte Einen nur wieder blockieren. Nachdem ich mich in meinem ersten Outfit absolut unwohl gefühlt habe, wechselte ich in ein Zweites und von da an wurde ich viel lockerer und auch mutiger. So mutig, dass ich zum Ende des Shootings obenrum komplett nackt war. Das lag aber auch einzig und allein daran, dass ich mich bei Leevke unendlich wohlgefühlt habe. Sie hat mir alle Ängste genommen. Wirklich alle. Und im Gegenzug eine riesige Portion Selbstbewusstsein geschenkt! Ich habe nicht an mich geglaubt, aber Leevke hat das von Anfang an.”

… und diese Worte habe ich mir nicht ausgedacht. Ich war selbst sehr gerührt, als Rina mir Ihre Aussagen schilderte.

Mit welchen Gedanken bist du nach Hause gegangen?

“Mit einem riesigen Grinsen und Stolz, einer Menge mehr Selbstbewusstsein und Selbstliebe für mich, Glück, Freudentränen und alles auf einmal! Gefühlschaos pur.”

Rina hat sich während des Shootings nicht an irgendwelche Richtlinien gehalten und musste auch keinen Makel an sich akzeptieren. Sie hat einfach ihrem inneren Gefühl und ihrem Gegenüber vertraut. Selbstliebe ist kein Trend, sondern pures Urvertrauen. Der Spruch “Schönheit kommt von innen” ist simpel, aber so wahr. Unser Körper trägt die Seele durchs Leben und wir müssen uns einfach nur auf uns und unsere Stärken konzentrieren. Denn es gibt so viel Wichtigeres, als DAS perfekte Leben.

Gefühle für die Ewigkeit festhalten und Stärken – das ist Fotografie.

Hat das Shooting bei Dir etwas verändert?

“Ja, öfter mal an mich selbst zu glauben, mich weniger zu kritisieren, mir selbst mehr zu vertrauen und zuzutrauen. Mich so zu lieben, wie ich bin. Dieses Shooting hat mir bei der Entwicklung meiner Selbstliebe den nötigen Schubs gegeben, auf welchen ich jahrelang hingearbeitet habe.”

Wir müssen gar nichts. Wir wollen doch nur gesund sein.
Wir müssen gar nichts. Wir sollten nur gesund sein.

Ich persönlich lege jedem das Lied “Try” von Colbie Caillat ans Herz. Denn auch sie macht deutlich:

“You don’t have to try so hard
You don’t have to, give it all away
You just have to get up
You don’t have to change a single thing
You don’t have to try.”

(Auch in der Max & Kurt-Schneider-Version sehr gefühlvoll.)

Wir müssen also gar nichts. Das einzige was wir sollten, ist alles dafür zu tun, so wie wir sind, ein glückliches Leben zu führen. Rina kämpft darum, einfach nur gesund zu sein. Wir wollen das Leben doch mit allen Sinnen und Kräften genießen! Wir haben nur dieses eine und dem Schicksal ist es egal, ob dick oder dünn, symmetrisch, krumm oder schief. Es kann so schnell zu Ende sein.

Ich persönlich wollte bei diesem Shooting Rina in den Vordergrund stellen und keine detaillierte Beautyretusche und Porenverfeinerung. Ich wollte ihre Stärken von innen nach außen bringen und zeigen, wie Rina denkt und fühlt. Die Bilder kamen bereits während des Shootings aussagekräftig aus der Kamera und ich konnte Rina direkt mit dem Rohmaterial beweisen, dass sie eine wundervolle Ausstrahlung besitzt – mit einem bezaubernden Glanz im Gesicht und einer Menge Energie in den Augen.

Was ich in solchen Situationen besonders liebe? Wenn mein Gegenüber mit staunendem Blick sagt “Oh wow! Das bin ich?!”. Ja genau, das bist Du. Du musst es nur sehen.

Gemeinsam glücklich sein. Ist das so schwer?

Was sind deine Wünsche für die Öffentlichkeit, in Bezug auf das Thema Akzeptanz und Selbstliebe?

“Mein größter Wunsch für die Öffentlichkeit ist, dass sich Frauen so akzeptieren, wie sie sind. Dass sie sich gegenseitig aufbauen, unterstützen und nicht niedermachen. Dass wir uns bewusst machen, dass Vieles, was wir im Bereich der sozialen Medien sehen, nicht die Realität ist. Die Realität findet draußen vor der Tür statt. Achtet mal im Schwimmbad darauf. Da gibt’s nur Frauen, wie dich und mich. Mit Streifen, Übergewicht, Cellulite, mit Behaarung, ohne Behaarung, mit straffen Brüsten, mit hängenden Brüsten. Stell dir eine Welt vor, in der wir gelernt hätten, uns selbst und alle anderen so zu nehmen, wie sie sind und nicht ständig miteinander zu konkurrieren und miteinander zu vergleichen… Was wäre das für eine wundervolle Welt? Es soll doch jeder verdammt nochmal so sein, wie er möchte. Dein Wert wird nicht in Kilogramm gemessen!”

Rina, 24 Jahre jung. Selbstbewusst, stark, mutig und sie selbst.
Rina, 24 Jahre jung. Selbstbewusst, stark, mutig und sie selbst.

Vor gar nicht so langer Zeit stand vor mir ein kleines, unsicheres Mädchen. Mit sich selbst nicht im Reinen, nervös und gar nicht glücklich. Wir kannten uns kaum. Verabschiedet habe ich eine strahlende, glückliche und selbstbewusste Frau und wir waren vertraut.

Ich durfte Rina über die sozialen Medien kennenlernen und bin darüber sehr dankbar. Denn das ist der Sinn dieser Plattform. Nicht ohne Grund wird es mit dem Adjektiv SOZIAL betitelt. Wir sollten diese Netzwerke wieder zu etwas Schönem machen. Mehr Liebe für die anderen und weniger Hass. Rina hat gezeigt, wie schön es sein kann, einfach sich selbst zu vertrauen und das nach Außen hin zu zeigen.

Danke Rina. Danke für Dein großes Vertrauen und Deine Ehrlichkeit. Du bist ein wundervoller Mensch, wirst den Kampf gegen das Lipödem gewinnen und gesund durchs Leben gehen. Denn das ist, was zählt.


Wie gehst Du mit dem Thema um? Fällt es Dir auch manchmal schwer, einfach nur auf Deine Persönlichkeit und Deine Stärken zu vertrauen? 

#clickwithlove

Lese hier nach, wie ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe. ♥